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BSI und Fraunhofer IAIS

KI-Zertifizierung »made in Germany«

24. November 2020, 11:05 Uhr   |  Heinz Arnold

KI-Zertifizierung »made in Germany«
© Fraunhofer ASIS

Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer IAIS: »Bereits im kommenden Jahr werden wir erste Prüfungen mit Unternehmen durchführen.«

Das Fraunhofer IAIS und das BSI starten eine strategische Kooperation, um Prüfverfahren für die Zertifizierung von KI-Systemen »made in Germany« zu entwickeln.

Dazu arbeiten das Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und das BSI mit zahlreichen Partnern aus Deutschland und Europa zusammen. Als erstes großes Vorhaben im Rahmen der Kooperation startet Anfang 2021 das Flagship-Projekt »Zertifizierte KI« der Kompetenzplattform Künstliche Intelligenz Nordrhein-Westfalen KI.NRW. Im Rahmen des Projekts legen Unternehmen die konkreten Bedarfe an Prüfverfahren fest und führen Pilotprüfungen durch.

Damit Unternehmen mit dem Einsatz von KI entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen können, sollten KI-Systeme vertrauenswürdig sein und verlässlich funktionieren. Dazu braucht es prüfbare technische Standards und Normen, die eine neutrale Bewertung der Systeme ermöglichen.

»Wichtig für die Akzeptanz neuer Technologien ist das Vertrauen der Anwendenden. Dies entsteht unter anderem durch transparente Prüfung, Bewertung und Zertifizierung von KI-Systemen. Grundlage für einheitliche Standards und Normen ist die Erarbeitung von Prüfverfahren, die wir nun mit unserem langjährigen Partner Fraunhofer IAIS angehen. Mit dem Wirtschaftsministerium NRW haben wir gleichzeitig einen verlässlichen Partner, der gute Rahmenbedingungen für Innovation schafft und fördert«, sagt Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik BSI, Bonn.
 
Das Fraunhofer IAIS hat über die letzten Jahre seinen Forschungsschwerpunkt zur KI-Absicherung kontinuierlich ausgebaut. »Mit der Erarbeitung unserer Prüfverfahren im Hinblick auf eine KI-Zertifizierung schaffen wir verlässliche Standards für die Entwicklung und Bewertung von KI-Systemen. Bereits im kommenden Jahr werden wir erste Prüfungen mit Unternehmen durchführen«, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer IAIS. Jetzt gelte es, gemeinsam die Weichen Richtung Zertifizierung zu stellen und die wesentlichen Akteure zusammen zu bringen.

Bei der Weiterentwicklung der Prüfverfahren sollen Praxistauglichkeit und Marktfähigkeit in enger Abstimmung mit der Wirtschaft weiter verbessert werden. Dazu startet Anfang 2021 ein großes Flagship-Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Kompetenzplattform KI.NRW gefördert wird. In dem Projekt arbeiten renommierte Partner aus Forschung und Anwendung zusammen, darunter die Universität Bonn, die Universität zu Köln, die RWTH Aachen, das Deutsche Institut für Normung DIN sowie zahlreiche DAX-30- und weitere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Telekommunikation, Banken, Versicherungen, Chemie, und Handel. In branchen- und technologiebezogenen Anwenderkreisen definieren die Beteiligten konkrete Bedarfe, legen Kriterien und Maßstäbe für eine Prüfung in der Praxis fest und führen Pilotprüfungen durch. Mit diesem breiten Beteiligungsprozess soll sichergestellt werden, dass sich die Verfahren zu allgemein akzeptierten Standards für KI-Systeme und deren Überprüfung entwickeln und gleichzeitig durch rechtliche, ethische und philosophische Betrachtungen flankiert werden.

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