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B&R hat die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht nur überwunden, sondern fast schon kompensiert

B&R: 20 Prozent mehr Umsatz als im Boomjahr 2008

25. Oktober 2010, 12:38 Uhr   |  Andreas Knoll

B&R: 20 Prozent mehr Umsatz als im Boomjahr 2008
© B&R

Hans Wimmer, B&R: »Wir haben die Produktionsfläche im Werk Eggelsberg vervierfacht und dafür rund 75 Mio. Euro investiert.«

B&R Industrie-Elektronik erwartet, seinen Umsatz im Jahr 2010 um 20 Prozent gegenüber 2008 und um 47 Prozent gegenüber 2009 zu steigern. Als Anbieter kompletter Automatisierungs-Lösungen arbeitet das Unternehmen derzeit hauptsächlich daran, sein Produktsortiment zu vervollständigen.

»Wir können auf einen vielfältigen Branchenmix und eine breite Kundenbasis zurückgreifen«, kommentiert B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer das hohe Umsatzwachstum. »Unsere bedeutendste Kundenbranche, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, hat einen Anteil von nur 16 Prozent am Gesamtumsatz, und unser größter Kunde kommt auf einen Anteil von weniger als 4 Prozent. Wir waren daher von der Finanz- und Wirtschaftskrise schwächer betroffen als die meisten Unternehmen, die sich auf nur wenige Branchen und Kunden fixiert haben.«

Insgesamt prognostiziert Wimmer für das Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 360 Mio. Euro nach etwa 300 Mio. im Jahr 2008 und zirka 245 Mio. anno 2009. Nicht mit eingerechnet sind hier die erwarteten 15 Mio. Euro Umsatz der im Mai übernommenen Firma Mondial electronic, eines Herstellers robuster I/O-Systeme und HMI-Geräte für die mobile Automatisierung und die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. »Wir haben seit Beginn der Krise Marktanteile hinzugewonnen, indem wir einerseits Wettbewerber verdrängt haben und andererseits durch die Erweiterung unseres Portfolios zusätzliche Produkte an unsere etablierten Kunden verkauft haben«, erläutert Peter Gucher, General Manager B&R International. Für die Zukunft hat B&R ambitionierte Ziele: »Wir wollen zu einem durchschnittlichen Wachstum von jährlich 15 Prozent zurückkehren«, stellt Wimmer klar. »Unser Umsatzziel für 2014 lautet 600 Mio. Euro.«

Etwa 65 Prozent seines Umsatzes erzielt B&R in Europa, »wobei hier auch Produkte eingerechnet sind, die in Maschinen für den Export nach Asien und Amerika integriert werden«, wie Wimmer betont. 17 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen in Asien, 16 Prozent in Amerika und 2 Prozent in den übrigen Ländern. Momentan beschäftigt B&R ungefähr 2300 Mitarbeiter, davon 1600 in Österreich und 700 in den internationalen Gesellschaften.

Abgeschlossen hat B&R im Februar 2010 seine großangelegte Expansion am Stammsitz im oberösterreichischen Eggelsberg: »Wir haben die Produktionsfläche im Werk vervierfacht und dafür rund 75 Mio. Euro investiert«, hebt Wimmer hervor. »In den Hallen, die wir jetzt zur Verfügung haben, ist eine Fertigungskapazität von 800 Mio. Euro pro Jahr möglich.«

Momentan konzentriert sich das Unternehmen vor allem darauf, seine Produktpalette zu vervollständigen. So bietet es neuerdings Antriebsverstärker der Leistungsklasse 165 A / 120 kW, dezentrale Antriebsverstärker mit 4 kW, Bedien-Panels auf Embedded-PC-Basis sowie Industrie-PCs in Schutzart IP65. Zudem hat es ein offenes CNC- und ein offenes Robotik-System auf den Markt gebracht - beide komplett ins Automatisierungs-System integriert. »Wir wollen die technische Kompetenz in Bezug auf sämtliche angebotenen Produkte im Unternehmen haben, um alles optimal aufeinander abstimmen und unabhängige technische Neu- und Weiterentwicklungen betreiben zu können«, betont Werner Paulin, System Architect für Software bei B&R.

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