Gleichstromtechnologien sind ein wesentliches Element für die industrielle Transformation. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur informierte sich bei einem Besuch, wie Weidmüller und die TH OWL gemeinsam die Forschungsergebnisse in der Praxis bringen.
Gleichstromnetze gewinnen in der Industrie zunehmend an Bedeutung. Sie gelten als Schlüsseltechnologie für eine effizientere und nachhaltigere Energieversorgung von Produktionsanlagen. Über aktuelle Entwicklungen informierte sich Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bei einem Besuch des Elektrotechnikunternehmens Weidmüller und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) im DC Innovation Hub der Weidmüller Akademie in Detmold.
Im Fokus des Austauschs stand die langjährige Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschule. Ziel der Zusammenarbeit ist es, neue Technologien und Komponenten für industrielle Gleichstromanwendungen zu entwickeln und Forschungsergebnisse frühzeitig in marktfähige Systeme zu überführen.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist das inzwischen erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekt »DCI4CHARGE«. Gemeinsam mit der TH OWL und weiteren Partnern untersuchte Weidmüller die Integration von Ladeinfrastruktur und bidirektionalem Laden in industrielle Gleichstromnetze. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig in neue Anwendungen und Produkte einfließen.
»Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur das vielbeschworene Rückgrat unserer Wirtschaft – sie sind es, die den Wandel in der Praxis umsetzen«, sagte Mona Neubaur. Die Beispiele aus Ostwestfalen-Lippe zeigten, wie regionale Innovationskraft und starke Hochschulpartnerschaften internationale Wettbewerbsfähigkeit schaffen können.
Auch Weidmüller sieht in der Zusammenarbeit mit der Wissenschaft einen zentralen Erfolgsfaktor. »Gemeinsam mit der TH OWL entwickeln wir seit vielen Jahren Lösungen für Gleichspannungsnetze weiter«, erklärte Dr. Sebastian Durst, Vorstandsvorsitzender der Weidmüller-Gruppe. Der enge Schulterschluss zwischen Industrie und Forschung sei entscheidend, um Innovationen schnell in die Anwendung und Skalierung zu bringen.
Aus Sicht der Hochschule eröffnen Gleichstromnetze neue Möglichkeiten für die industrielle Energieversorgung. »DC-Netze ermöglichen neue energieeffiziente, hochverfügbare und wandelbare Konzepte für die Industrie«, betonte Prof. Dr. Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer der TH OWL.
Bei einem Rundgang durch den DC Innovation Hub erhielt die Ministerin Einblicke in laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Die Einrichtung dient als Plattform für Forschung, Entwicklung, Ausbildung und industrielle Anwendung von Gleichstromtechnologien. Ergänzt wird sie durch das DC-Transferzentrum der TH OWL, das Unternehmen und Studierenden Testmöglichkeiten für Hardwarekomponenten sowie Schulungen und Praxiserfahrungen bietet.
Der Besuch verdeutlicht die wachsende Bedeutung regionaler Innovationsnetzwerke für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Nordrhein-Westfalens. Die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft gilt dabei als wichtiger Hebel, um technologische Entwicklungen schneller in industrielle Anwendungen zu überführen.