Virtuelle Abbilder ganzer Städte

DigitaI Twins sind die Basis für Smart-City-Konzepte

14. Juli 2021, 18:20 Uhr | NTT (kv), Kathrin Veigel
Digital Twins NTT
© Getty Images

Städte nachhaltiger und resilienter zu machen, steht auf der Agenda vieler Planungsbehörden ganz oben. Die Grundlage für solche Smart-City-Konzepte liefern Digital Twins, also virtuelle Abbilder von kompletten Stadtquartieren.

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Ein allumfassendes Mobilitätsmanagement

Wie lassen sich Staus reduzieren? Wo sollen neue Fahrradspuren angelegt werden? Wie kann der öffentliche Nahverkehr verbessert werden? Ein digitales Abbild einer Stadt oder einer Region ermöglicht es Planern, diese Fragen in einem virtuellen Modell durchzuspielen und alle möglichen Szenarien zu testen. Durch die Kombination der verschiedensten Transportmodelle mit Echtzeitdaten erhalten die Verkehrsbetreiber zudem ein starkes Werkzeug zur Vorhersage, Optimierung und Steuerung des gesamten Netzes.

Wenn sich zum Beispiel ein Unfall ereignet, ist das System in der Lage, Optionen für mögliche Maßnahmen wie Straßensperrungen oder Umleitungen zu geben. Das verbessert den Verkehrsfluss, trägt aber auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Reduzierung von Emissionen bei. Aber auch die Auslastung öffentlicher Verkehrsmittel lässt sich mit Hilfe solcher Planungsmodelle besser steuern.

Das Konzept »Smart City« erfolgreich umsetzen

Daten auf Stadtebene sind inzwischen im Überfluss vorhanden. Sie allerdings sinnvoll zu verknüpfen, ist ein komplexes Unterfangen. Viele Erkenntnisse können nicht gewonnen werden, weil die unterschiedlichen Datenquellen nicht nahtlos in einem kohärenten Rahmen integriert sind.

Eine Smart City mit all ihren eingebetteten IoT-Szenarien wie intermodaler Mobilität und digitalem Gebäude- und Energiemanagement ist nur dann erfolgreich, wenn bisher geschlossene Einzelsysteme aus Prozessen und IT-Lösungen zu Ökosystemen zusammenwachsen. Gleichzeitig ermöglicht eine Smart City ihren Bewohnern mehr Transparenz: Anhand der vorhandenen Daten lässt sich quasi mit einem Klick erklären, warum und wo welche Maßnahmen erforderlich sind, was sie kosten und welche Folgen sie haben.

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von NTT arbeitet unter anderem an der Digital-Twin-Computing-Initiative (DTC). Während herkömmliche digitale Zwillinge hauptsächlich zur Überwachung physischer Objekte verwendet werden, geht das DTC-Konzept deutlich weiter: In einem diversifizierten Cyberspace aus hochpräzisen digitalen Informationen werden reale Objekte wie Dinge, Menschen und Gesellschaften abgebildet, um so groß angelegte, hochgenaue Vorhersagen und Simulationen zu ermöglichen und gleichzeitig die Kommunikation untereinander zu optimieren.

Damit lassen sich beispielsweise wertschöpfende Dienste für Geschäfts- und Bürofunktionen in verschiedene Kategorien unterteilen: Gebäudemanagement (Optimierung von Energiesteuerung, Betrieb und Sicherheit), Ladenbetrieb (Optimierung des Kundenerlebnisses durch individuelle Services), Mietermanagement (flexiblere Nutzung der Flächen), nachhaltige Bewirtschaftung (Vermeidung von Lebensmittelverschwendung) und ein umfassendes Mobilitätsmanagement (Mobility as a Service).


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