200 Mio. Dollar für neue Kapazitäten

ABB treib Transformation der Stromnetze voran

11. Mai 2026, 10:09 Uhr | Heinz Arnold
Allein 100 Mio. Dollar investiert ABB in eine neue Produktionsstätte im italienischen Dalmine
Allein 100 Mio. Dollar investiert ABB in eine neue Produktionsstätte im italienischen Dalmine, um die steigende Nachfrage nach luftisolierten und SF₆-freien Mittelspannungsschaltanlagen sowie Leistungsschaltern zu bedienen.
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ABB wird in den nächsten drei Jahren rund 200 Mio. Dollar europaweit in seine Fertigung von Mittelspannungstechnologien investieren, um leistungsfähige Fertigungskapazitäten für Technologien bereitzustellen, die moderne Stromnetze verbinden und schützen.

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Ziel ist es, die Produktionskapazitäten auszubauen, den Übergang zu Stromverteilungstechnologien der nächsten Generation zu beschleunigen und die Versorgung von Kunden zu stärken, die ihre Energieinfrastruktur modernisieren – darunter Energieversorger, Industrieunternehmen und der stark wachsende Markt für Rechenzentren.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Anteil von Strom am Endenergieverbrauch voraussichtlich von derzeit rund 20 Prozent bis 2030 auf nahezu 30 Prozent steigen. Das bedeutet, dass die Strominfrastruktur schnell umfassend ausgebaut werden muss.

»Mit diesen Investitionen in Höhe von 200 Mio. Dollar bauen wir unsere Fertigungs- und Technologiekapazitäten im Mittelspannungsbereich in Europa gezielt aus – so können wir unsere Kunden angesichts des wachsenden Strombedarfs und der Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur bestmöglich unterstützen«, sagte Morten Wierod, CEO von ABB. »Treiber der Nachfrage sind grundlegende strukturelle Entwicklungen wie die Netzmodernisierung, die Integration erneuerbarer Energien, das Wachstum von Rechenzentren und der Übergang zu nachhaltigeren Technologien. Diese Vorhaben machen es uns möglich, unsere Produktionskapazitäten auszubauen, die Produktverfügbarkeit zu verbessern und die Lieferzeiten für Kunden in Europa und darüber hinaus zu verkürzen. Damit unterstützen wir unsere Kunden bei der Anpassung an den sich wandelnden Energiesektor.«

Investitionen in europäische Fertigungskapazitäten

ABB erweitert mit der Investition ihre Kapazitäten zur Lieferung wichtiger Mittelspannungsschaltanlagen und die Netzautomatisierung. Unter anderem investiert das Unternehmen 100 Mio. Dollar in eine neue Produktionsstätte im italienischen Dalmine, um die steigende Nachfrage nach luftisolierten und SF₆-freien Mittelspannungsschaltanlagen sowie Leistungsschaltern zu bedienen. Weitere 100 Mio. US-Dollar fließen in Kapazitätserweiterungen an Standorten in Bulgarien (Rakovski), Deutschland (Ratingen), Finnland (Vaasa), Norwegen (Skien) und Polen (Przasnysz). Produziert werden dort unter anderem gasisolierte Schaltanlagen (GIS) und Vakuum-Schaltkammern, und Relais, die zur Stabilität und Zuverlässigkeit der Stromverteilung beitragen.

Das Programm baut auf umfangreichen Investitionen auf, die ABB in jüngster Zeit an ihren Standorten in Großbritannien und Ungarn getätigt hat. Im ungarischen Kecskemét investiert das Unternehmen mehr als 15 Mio. Dollar in die Erweiterung seiner Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten für Verbindungstechnologien. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit von Mittelspannungsnetzen zu erhöhen und das Angebot an Systemen für die Netzstabilität auszubauen, die für Energieversorger und Kunden aus dem Bereich erneuerbare Energien konzipiert sind.

Im britischen Nottingham hat ABB rund 35 Mio. Dollar in den Ausbau der Produktion von Erdungs- und Blitzschutztechnologien investiert. Sie kommen zum Schutz kritischer Infrastrukturen, von Gebäuden, Rechenzentren sowie Kommunikations- und Verkehrsnetzen vor Blitzeinschlägen und elektrischen Überspannungen zum Einsatz.

 

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