7. Juni 2021, 10:48 Uhr |
Vitaly Goltsberg, Analog Devices, Kathrin Veigel
Die Entscheidung, wann Stromzähler ausgemustert werden, treffen Energieversorger meist auf Grundlage einer statistischen Verteilung von Ausfällen. Eine spezielle Diagnosetechnik ermöglicht es nun, Zähler länger zu verwenden und nur solche zu ersetzen, die ihre Nutzungsdauer wirklich erreicht haben.
Schutz vor betrugsbedingten Umsatzverlusten: Betrug durch Zählermanipulationen ist in vielen Ländern und Regionen weltweit eine Hauptursache für nichttechnische Verluste (NTL). Die durch Stromdiebstahl entstandenen Kosten werden in der Regel in Form von erhöhten Tarifen an ehrliche Kunden weitergegeben. Im Gegensatz zu anderen Methoden zur Manipulationserkennung, wie etwa statistische Methoden oder das Erkennen von Stromdifferenzen zwischen der Umspannstation und den einzelnen nachgeschalteten Zählern, überwachen mSure-fähige Zähler kontinuierlich die Strom- und Spannungssensoren des Zählers auf Veränderungen, die auf eine wahrscheinliche Manipulation des Zählers hindeuten. Betrugsermittler erhalten Zugriff auf Berichte, die ein Profil für jeden manipulierten Zähler zeigen, einschließlich eines Zeitstempels, aus dem hervorgeht, wann die Manipulation aufgetreten ist, um welche Art von Manipulation und ob es sich um eine zeitweise Manipulation handelt. mSure findet schwer zu erkennende Manipulationen wie Umgehungen und doppelte Umgehungen des Phasenleiters und des Nullleiters. Diese Erkenntnisse verkürzen die Ermittlungszeit und beschleunigen das Einfordern entgangener Umsätze .
Stichprobenprüfungen vor Ort nicht nötig: Die Vorschriften und Gesetze in den meisten Ländern verlangen eine regelmäßige Inspektion und Prüfung der installierten Zähler. Dieser Prozess ist kostspielig und für den Kunden störend, da der Strom abgeschaltet werden muss, um den Zähler auszubauen. Mit mSure-fähigen Zählern kennt das Messpersonal die Genauigkeit jedes einzelnen Zählers, wodurch Stichprobenprüfungen vor Ort entfallen können. Zudem können Arbeitsteams, Messfachleute und Analyseexperten für Aufgaben mit höherer Priorität eingesetzt werden.
Vertrauen in den Abrechnungsprozess schaffen: Mit mSure-fähigen Zählern erhalten Energieversorger Berichte und Warnungen über den Zustand der Energiemessung in ihrem gesamten Zählerbestand, was bei Kunden für mehr Vertrauen in die Genauigkeit der Rechnungen sorgt. Gelegentlich vermuten Kunden ein Problem mit dem Zähler, wenn sie eine Rechnung erhalten, die einen höheren Betrag als erwartet ausweist. Mit mSure-fähigen Zählern hat das Kundendienstteam Zugriff auf die aktuelle und historische Genauigkeit jedes Zählers und kann auf Anfragen von Anschlussinhabern reagieren, ohne dass die Kosten für einen Besuch vor Ort anfallen. Um Kulanz zu fördern, können den Abonnenten außerdem proaktiv eine monatliche Genauigkeitsprüfung angeboten werden, die auf der Rechnung vermerkt oder über das Zahlungsportal verfügbar ist.
Nutzungsdauer der Zähler verlängern: In den meisten Ländern ist der Austausch von Zählern in regelmäßigen Abständen gesetzlich vorgeschrieben. Diese Abstände werden mit statistischen Methoden ermittelt, was dazu führt, dass Millionen von Zählern ausgetauscht werden, die noch innerhalb der Toleranzgrenzen arbeiten. Mit mSure-fähigen Zählern kennen die Unternehmen die Genauigkeit jedes Zählers und müssen so nur die Zähler austauschen, die sich ihren Toleranzgrenzen nähern oder diese überschreiten. Das ermöglicht den Aufschub zukünftiger Investitionen, weniger Abfall und einen effizienteren Einsatz der Arbeitskräfte. (kv)