Energieinfrastruktur

Lüfterloser Server für softwaredefinierte Umspannwerke

3. August 2026, 10:04 Uhr | Iris Stroh
Lüfterloser Server für softwaredefinierte Umspannwerke
© Moxa

Mit der DA-920E-Serie stellt Moxa einen lüfterlosen Server für Umspannwerke vor, der die Anforderungen der IEC 61850-3 erfüllt. Die Plattform ist für virtualisierte Schutz-, Automatisierungs- und Steuerungsfunktionen (vPAC) in softwaredefinierten Umspannwerken ausgelegt.

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Moxa bringt mit der DA-920E-Serie nach eigenen Angaben den ersten IEC-61850-3-konformen, lüfterlosen Server für die Energiewirtschaft auf den Markt. Der Server ist für den Einsatz in Umspannwerken ausgelegt und dient als Rechenplattform für das vPAC-Konzept (Virtual Protection, Automation and Control). Dabei werden Schutz-, Automatisierungs- und Steuerungsfunktionen als virtualisierte Anwendungen auf einer gemeinsamen Hardwareplattform ausgeführt – ein Ansatz, der als Grundlage softwaredefinierter Umspannwerke (Software-Defined Substations, SDS) gilt.

Mit der zunehmenden Integration erneuerbarer Energien und dem Ausbau von Offshore-Windparks, Solarparks und Energiespeichersystemen entstehen immer mehr Umspannwerke an abgelegenen Standorten, die weitgehend fernüberwacht oder unbemannt betrieben werden. Dadurch steigen die Anforderungen an robuste Rechenplattformen sowie an Zuverlässigkeit und Cybersicherheit.

Schutz-, Automatisierungs- und Steuerungssysteme entwickeln sich dabei zunehmend von hardwarebasierten Lösungen hin zu modularen Softwarearchitekturen und offenen Standards. Entsprechend wächst der Bedarf an Serverplattformen, auf denen sich virtualisierte vPAC-Anwendungen betreiben lassen.

Lüfterloses Design für den Einsatz im Umspannwerk

Konventionelle Hochleistungsserver nutzen meist mechanische Lüfter, deren Ausfall insbesondere in staubigen oder heißen Umgebungen zum Problem werden kann. Die DA-920E-Serie setzt stattdessen auf ein lüfterloses Design mit geschlossenem Gehäuse. Dadurch entfallen verschleißanfällige Lüfter als potenzielle Fehlerquelle. Nach Angaben von Moxa sollen sich so Wartungsaufwand und Ausfallrisiko reduzieren.

Der Server unterstützt zusätzliche Rechen- und Automatisierungsfunktionen direkt im Umspannwerk und eignet sich damit unter anderem für abgelegene Standorte wie Offshore-Windparks oder Solarparks.

Rechenleistung für virtualisierte Schutz- und Automatisierungsfunktionen

Nach Angaben von Moxa arbeitet die DA-920E-Serie im Temperaturbereich von -25 bis +55 °C ohne CPU-Drosselung und unterstützt Prozessoroptionen für rechenintensive vPAC-Anwendungen. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Schutz- und Automatisierungsfunktionen auf einer virtualisierten Infrastruktur mit deterministischem Echtzeitverhalten auszuführen.

Damit lassen sich unter anderem dezentrale Entscheidungsprozesse, automatische Wiederherstellungsmechanismen im Netzwerk sowie Analysefunktionen direkt im Umspannwerk realisieren.

Zertifiziert für den Einsatz in Umspannwerken

Die DA-920E-Serie erfüllt nach Herstellerangaben unter anderem die Anforderungen der Normen IEC 61850-3, IEC 60255, IEEE 1613 und EN 50121-4 für den Einsatz in Umspannwerken. Die Server sind für Umgebungsbedingungen wie erhöhte Temperaturen, Staub, Feuchtigkeit, Vibrationen, elektromagnetische Störungen und schwankende Stromversorgungen ausgelegt.

Da sich vPAC-Lösungen zunehmend vom Pilotprojekt zum produktiven Einsatz entwickeln, gewinnt die zugrunde liegende Hardwareplattform an Bedeutung. Moxa kombiniert dafür nach eigenen Angaben ein lüfterloses Design mit leistungsfähiger Hardware und den erforderlichen Zertifizierungen für den Einsatz in Umspannwerken.

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