Interview mit Philippe Pichot, Tektronix

»Gemeinsam gestalten wir die Zukunft«

15. September 2023, 09:00 Uhr | Nicole Wörner
Philippe Pichot, Vice President EMEAI, Tektronix
© Tektronix

Zum 1. April dieses Jahres hat Philippe Pichot die Position des Vice President Sales für EMEA & India bei Tektronix übernommen. Was sind die Pläne des neuen Vertriebschefs? Welche Herausforderungen sind zu meistern? Und wo sieht er die Zukunft des Unternehmens? Die Antworten gibt er im Interview.

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Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Ausblick - auf die Vertriebsstrategie, die Herausforderungen und die Zukunft

Tektronix setzt seit vielen Jahren auf eine Kombination aus direktem und indirektem Vertrieb. Wie sieht das Vertriebsnetz heute aus und wie wird es in Zukunft aussehen?

Wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse der Elektroingenieure, unserer Endkunden. Wir unterstützen sie einerseits direkt mit einer eigenen Vertriebsmannschaft und einem Team von Applikationsingenieuren, Betriebs- und Servicepersonal und arbeiten andererseits mit einem Distributionsnetzwerk zusammen. In der Region kooperieren wir mit zahlreichen Distributoren, darunter große paneuropäische Partner wie Farnell, RS, Distrelec und Conrad. Sie bieten hochmoderne Supply-Chain-Services und stellen innerhalb von 24 Stunden den richtigen Lagerbestand bereit - ein entscheidender Vorteil, vor allem in Situationen, in denen die Lieferkette vor Herausforderungen steht.

Darüber hinaus pflegen wir enge Partnerschaften mit lokalen und spezialisierten Partnern wie etwa Calplus und Datatec in Deutschland, die über die technische Kompetenz und das Know-how verfügen, über kundenspezifische Anwendungen und Lösungen zu diskutieren. Im Interesse unserer Kunden stellen wir so die für sie passende Vertriebsunterstützung bereit, damit sich die Ingenieure auf ihre Innovationen konzentrieren können. Das werden wir auch in Zukunft so weiterführen.

In Zeiten von Material- und Lieferkettenengpässen: Wie sieht die aktuelle Liefersituation aus? Gibt es Anzeichen für eine Normalisierung?

Die Liefersituation hat sich generell entspannt. Wir stellen fest, dass unsere Komponentenlieferanten, zum Beispiel Halbleiter-, Display- oder Subsystemlieferanten, bereits mit kürzeren Vorlaufzeiten liefern. Parallel dazu haben wir in den letzten drei Jahren viel Zeit in Forschung und Entwicklung investiert, um Teile unseres Portfolios neu zu gestalten und zu optimieren, so dass wir weniger abhängig von Komponenten sind, die von Engpässen betroffen sind. Dank der verbesserten Situation in der Lieferkette und einer entsprechend angepassten internen Strategie können wir die Kundennachfrage schneller bedienen.

Wie ist die allgemeine Stimmung auf dem Messtechnikmarkt?

Der Testbedarf in der Halbleiter-, Automobil-, Luftfahrt- und Verteidigungsbranche und in der Industrie allgemein ist hoch, und unsere Messlösungen sind für die wachstumsstärksten Märkte überaus relevant. Zum Beispiel unterstützen wir viele Kunden bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen, einem schnell wachsenden Markt, und die deutschen Automobilhersteller sind wichtige Kunden für uns. Wir haben leistungsstarke Lösungen für Kunden, die ihre Anwendungen am elektrischen Antriebsstrang testen, darunter Inverter Motor Drive Analyse (IMDA), Wide Bandgap und Doppelpulstests. Wenn Sie also morgen Ihr neues Elektroauto kaufen, wissen Sie, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Tektronix-Technologie getestet wurde. Auf den Punkt gebracht: Unsere Messgeräte tragen dazu bei, diese Innovationen noch energieeffizienter und sicherer zu machen.

In welchem Marktsegment sehen Sie mittelfristig das größte Wachstumspotenzial für Tektronix?

Viele der heutigen Innovationen erfordern neue Halbleitermaterialien – die wiederum getestet werden müssen. Diese Nachfrage wird weiter steigen, und damit auch unsere Investitionen in die Entwicklung des richtigen Messequipments, damit wir unsere Kunden auch in Zukunft an der Spitze der Innovation bedienen können. Deutschland ist der europäische Hauptsitz vieler weltweit führender Hersteller, die Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Halbleiterlösungen leisten – und wir unterstützen sie dabei. Luft- und Raumfahrt, Verteidigungsindustrie, Rechenzentren, staatlich geförderte Forschungs- und Entwicklungsprogramme und Universitäten werden auch in Zukunft die Wachstumsmotoren in Europa sein. Diese Branchen sind auch entscheidend dafür, dass Deutschland seine Position als strategischer Marktführer und Innovator beibehält. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit unseren deutschen Kunden neue Lösungen zu entwickeln.

Wo sehen Sie Tektronix derzeit auf dem Weltmarkt? Wie sehen Ihre langfristigen Ziele aus?

Wir bieten Kunden in den unterschiedlichsten Endmärkten unternehmenskritische Technologien und Lösungen für eine intelligente und nachhaltige Zukunft. Unser Ziel ist es, Ingenieure dabei zu unterstützen, praktisch alles und überall zu automatisieren, zu digitalisieren, zu fertigen und vor allem zu elektrifizieren – und damit letztlich den Entwicklern zu helfen, ihre Designs schneller und sicherer auf den Markt zu bringen. Beispiele hierfür sind Forschung und Entwicklung für erneuerbare Energien, Elektromobilität, medizinische Geräte, KI, Augmented Reality, Kommunikation und Fabrikautomation. Die Produkte von Tektronix und Keithley tragen dazu bei, den allgegenwärtigen Bedarf an Energieeffizienz heute und in Zukunft mit Wide-Bandgap-Technologie für ein elektrifiziertes Ökosystem zu erfüllen, beispielsweise beim Testen von Wechselrichtern und Elektromotoren, Elektromobilität, Batteriequalität, Energieeffizienz und Zuverlässigkeit von Energienetzen. Dabei werden wir den Mehrwert, den wir unseren Kunden bieten, kontinuierlich steigern. Unsere Lösungen umfassen Präzisionsinstrumente mit intuitiven Benutzeroberflächen, Softwarelösungen für schnellere Analysen, patentierte Messtechnik und exzellenten Service, die dafür sorgen, dass die Geräte lange wie neu bleiben.

Was ist die größte Herausforderung in diesem Jahr? Und welche Lösungen und Strategien haben Sie dafür parat?

Eines der größten Probleme, mit denen der Elektronikmarkt heute konfrontiert ist, ist eine Folge unseres eigenen Erfolgs. Alles scheint elektronisch zu sein – was wiederum die Nachfrage nach elektronischen Komponenten, einschließlich Halbleiterchips, in die Höhe getrieben hat. Autohersteller, die in die Elektromobilität investieren, der Aufbau von Datenkommunikations-Infrastrukturen zur Unterstützung Cloud-basierter Anwendungen sowie KI und 5G-fähige Mobiltelefone sind weitere Treiber der Chipindustrie. Auch Energieeffizienz und Energiemanagement sind wichtige Faktoren, die wir berücksichtigen müssen, um eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen.

Damit werden die Probleme der Kunden immer komplexer, und unsere Testlösungen ebenfalls. Wir sehen nahtlose Übergänge zwischen den Arbeitsabläufen und sind als Innovationspartner für unsere Kunden da bei der Entwicklung der erforderlichen Lebenszyklus-Dienstleistungen. Unsere Aufgabe ist es, den Ingenieuren dabei zu helfen, dies zu ermöglichen und gleichzeitig weniger Energie zu verbrauchen.

Bitte ergänzen Sie die folgende Aussage: »Bis Ende 2023 wird Tektronix...«.

Bis Ende 2023 wird Tektronix seine Zusammenarbeit mit Elektroingenieuren intensivieren, um deren Innovationen schneller und zuverlässiger zu ermöglichen und gleichzeitig unseren Planeten für die nächste Generation zu schützen, denn gemeinsam gestalten wir die Zukunft.«


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