Campus-Netze

Fünf Irrtümer, die den Bau privater Mobilfunknetzwerke bremsen

21. Juli 2022, 14:16 Uhr | Carlijn Williams, Harry Schubert
Industrielle Campus-Netzwerke mit Mobilfunk
© Nokia

Rund 220 Lizenzen für Campus-Netzwerke hat die Bundesnetzagentur inzwischen an große und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen vergeben. Viele Installationen dienen aktuell der Evaluation. Installationen für den echten Betrieb sind noch selten – Vorurteile hemmen den Aufbau.

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Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Irrtum 5: Es gibt keine verfügbaren Frequenzen für den privaten Mobilfunk

Die Verfügbarkeit von Frequenzen ist nach wie vor eine der größten technischen Herausforderungen bei der Einführung von 4.G/LTE- und 5G-Techniken für private Mobilfunknetzwerke, z.B. in der Fertigung. ABI Research hat herausgefunden, dass 36 % der Befragten aus dem verarbeitenden Gewerbe dies als größte Sorge betrachten. 

Das Wachstum privater Mobilfunknetzwerke wird durch mehrere aktuelle Initiativen im Zusammenhang mit Frequenzen beschleunigt. Ein Beispiel ist der Citizens Broadband Radio Service (CBRS) in den USA, ein gemeinsames Projekt der FCC und der Industrie, um bestehende Funkfrequenzen gemeinsam zu nutzen und für die private Nutzung verfügbar zu machen. Solche Initiativen erweitern die Verfügbarkeit von Frequenzen für den privaten Mobilfunk in den USA. Außerhalb der USA haben inzwischen mehr als 25 Länder lokale LTE/5G-Frequenzen für die Industrie freigegeben.

Weitere Alternativen sind die Nutzung unlizenzierter Frequenzen wie MulteFire, das auf 3GPP-Standards für die Nutzung von LTE im lizenzfreien 5-GHz-Band basiert, das auch von anderen Funktechniken wie Wi-Fi genutzt wird. Der 5GHz-Bereich kann weltweit genutzt werden. LTE-U (LTE unlicensed) ist ebenfalls in 16 Ländern zugelassen, und 5G NR-U (new radio - unlicensed) wird in Zukunft verwendet werden.

Die Autorin

Carlijn Williams, Nokia
Carlijn Williams, Nokia.
© Nokia

Carlijn Williams

ist derzeit Leiterin des Marketings für den Geschäftsbereich Enterprise Solutions von Nokia. Die gebürtige Niederländerin hat einen Abschluss in Wirtschaft und Kommunikation und lebt in Großbritannien.


  1. Fünf Irrtümer, die den Bau privater Mobilfunknetzwerke bremsen
  2. Irrtum 2: Es sind nur sehr wenige 5G-Geräte verfügbar, daher sind Investitionen in den privaten Mobilfunk derzeit sinnlos.
  3. Irrtum 3: Der Edge wird die zentrale Cloud ersetzen
  4. Irrtum 4: Der Return on Investment (ROI) privater Mobilfunknetzwerke ist unklar
  5. Irrtum 5: Es gibt keine verfügbaren Frequenzen für den privaten Mobilfunk


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