Erosion durch sinkende Einschreibezahlen

Bringt ein Facelift fürs Elektrotechnikstudium die Wende?

24. August 2023, 09:55 Uhr | Corinne Schindlbeck
MINT
© Anke Thomass/stock.adobe.com

Immer weniger wählen das Fach Elektro- und Informationstechnik, es droht zu erodieren. Hoffnung macht, dass immer mehr Hochschulen inzwischen erfolgreich mit neuen Fächerkombinationen werben. Aber reicht das für eine Trendwende? Die Helmut-Schmidt-Universität zeigt, wie es noch besser gehen könnte.

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Mehrgleisig fahren, lautet die Devise

Kastell
»Wir haben ordentlich Druck auf dem Fach«, fasst Prof. Dr. Kira Kastell, Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt und Vorsitzende des Fachbereichstag Elektrotechnik und Informationstechnik e. V., die Sachlage zusammen.
© HSHL / Helen Sobiralski

Alleine ausreichen, um mehr Nachwuchs zu generieren, werde das nicht, sagt Prof. Kira Kastell. Man müsse mehrgleisig arbeiten.

Auch die Vermittlung und Bewerbung des Faches muss beispielweise überdacht werden. Eine gemeinsame Anlaufstelle, eine Website, auf der die zahlreichen Berufsbilder authentisch dargestellt werden, werde benötigt, so Prof. Kastell. Zusätzlich zu einer Nachwuchsinitiative u. a. über Social Media, für die VDE-Arbeitsmarktexperte Dr. Michael Schanz einen jährlichen Millionenbetrag über mehrere Jahre veranschlagt. Denn, weiß Prof. Göbel, viele Studienentscheidungen werden gefühlsmäßig und aus dem Bauch entschieden oder durch das private Umfeld.

Hier seien nun die Unternehmen und Stiftungen am Zug, deren aktive Mitarbeit es brauche. Ziel: der jungen Generation ein korrektes Bild der Elektrotechnik zu vermitteln. Da die Firmen in der Kampagne selbst zu Wort kommen sollen, sollen sie einen unmittelbaren Nutzen haben. 

Ist noch Elektrotechnik drin, wo etwas anderes draufsteht?

Kritisch dürfte freilich der Wildwuchs an Fächerkombinationen unter dem Dach der Elektro- und Informationstechnik von Recruitern gesehen werden.

Prof. Kira Kastell sieht eine erste Lösung im »Diploma Supplement«, das den Abschlusszeugnissen beiliegt. Bis hier wieder etwas mehr Ordnung und ein »Grundkanon« herrscht, wird es zur Aufklärung über die erworbenen Kompetenzen beitragen.

Ähnlich entspannt sieht das auch Michael Schanz: »Auf dem Zeugnis steht dann so etwas wie ‚M. Sc. in XY Engineering, Studiengang der Fakultät Elektro- und Informationstechnik‘. So können spätere Arbeitgeber das sofort zuordnen.« 


  1. Bringt ein Facelift fürs Elektrotechnikstudium die Wende?
  2. Die Lösung scheint erstaunlich einfach
  3. Eine Blaupause für die gesamte Hochschullandschaft?
  4. Mehrgleisig fahren, lautet die Devise


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