Kaspersky-Report

Das sind die Hauptziele von Cyberangriffen

16. April 2026, 11:13 Uhr | Nicole Wörner
Screenshot der Kaspersky-Homepage mit Cover des Reports
© Kaspersky

Behörden, Industrie und IT gehörten 2025 zu den am häufigsten von Cyberangriffen betroffenen Bereichen. Behörden waren dabei erneut das Hauptziel. Das zeigt der Report „Anatomy of a Cyber World“ von Kaspersky Security Services.

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Behörden waren dem Kaspersky-Report zufolge auch 2025 am stärksten betroffen. In 33 Prozent der Fälle gingen Angriffe auf Advanced Persistent Threats (APTs) zurück und stellten damit die häufigste Ursache dar. Social-Engineering-Angriffe machten 19 Prozent aus.

Die Daten zeigen, dass Angreifer ihre Methoden zunehmend anpassen, um bestehende Schutzmechanismen zu umgehen. Neben technischen Maßnahmen gewinnen organisatorische Ansätze an Bedeutung, etwa rollenbasierte Zugriffskontrollen und eingeschränkte Berechtigungen.

Industrie mit vielfältigem Angriffsbild

Im Industriesektor zeigt sich ein breiteres Bedrohungsspektrum. APTs machten 18 Prozent der Vorfälle aus, Malware 15 Prozent und Social Engineering 14 Prozent.

Red Teaming erreichte einen Anteil von 23 Prozent und lag damit höher als in den anderen stark betroffenen Branchen. Das weist auf verstärkte Investitionen in die Überprüfung der eigenen Sicherheitsmaßnahmen hin.

IT-Sektor im Visier von APT-Angriffen

Der IT-Sektor verzeichnete mit 41 Prozent den höchsten Anteil an APT-Angriffen. In weiteren 17 Prozent der Fälle wurden Spuren früherer APT-Aktivitäten identifiziert. Social Engineering machte 11 Prozent der Vorfälle aus.

Lediglich 9 Prozent der Vorfälle standen im Zusammenhang mit Red Teaming. Proaktive Sicherheitstests werden damit im Verhältnis zur Bedrohungslage vergleichsweise selten eingesetzt.

Finanzsektor setzt auf Compliance-getriebene Tests

Der Finanzsektor gehörte 2025 nicht mehr zu den drei am häufigsten betroffenen Branchen. APTs machten hier 12 Prozent der Vorfälle aus.

Gleichzeitig entfielen 36 Prozent der Ereignisse auf Red Teaming. Das zeigt einen reifen, Compliance-getriebenen Ansatz bei der proaktiven Überprüfung von Sicherheitsmaßnahmen.

Proaktive Abwehr rückt in den Fokus

»Behörden, Industrieunternehmen und IT-Organisationen ziehen aufgrund des strategischen Wertes der von ihnen verwalteten, betriebenen und vernetzten Ressourcen, wie geopolitische Informationen, kritische Infrastrukturen und globale Lieferketten, weiterhin hochqualifizierte Angreifer an«, kommentiert Sergey Soldatov, Head of Security Operations bei Kaspersky. »Die Daten für das Jahr 2025 bestätigen, dass diese Angriffe zielgerichtet sind und oft darauf ausgerichtet, einen dauerhaften Zugriff zu erlangen. Alle Branchen müssen davon ausgehen, dass entschlossene Angreifer einen Weg finden werden, sich Zugang zu verschaffen, und ihre Abwehrmaßnahmen auf Früherkennung, schnelle Eindämmung und Minimierung des Angriffsfensters konzentrieren.«

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