Zehn Jahre nach Einführung der DS-GVO ist Datenschutz in Unternehmen etabliert. Gleichzeitig steigen Aufwand, Komplexität und Rechtsunsicherheit deutlich. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Auch mit Blick auf KI wächst der Reformbedarf im europäischen Datenschutz.
Während Anfang 2018 erst sieben Prozent der 603 befragten Unternehmen aus allen Branchen die Vorgaben der DS-GVO vollständig oder größtenteils umgesetzt hatten, lag dieser Anteil 2024 laut Bitkom bei 71 Prozent.
Gleichzeitig bewerten immer mehr Unternehmen die Auswirkungen der Verordnung kritisch. 81 Prozent gaben 2025 an, die DS-GVO mache Geschäftsprozesse komplizierter. 97 Prozent bewerten den Datenschutzaufwand inzwischen als hoch, davon 44 Prozent als sehr hoch.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärte, die Erwartungen an einheitlichere Wettbewerbsbedingungen, mehr Rechtssicherheit und weniger Bürokratie hätten sich bislang nicht erfüllt.
Besonders im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz sehen viele Unternehmen Herausforderungen. 69 Prozent der Befragten sagen laut Studie, Datenschutzvorgaben erschwerten das Training von KI-Modellen mit ausreichend Daten. 63 Prozent befürchten, dass KI-Entwicklung dadurch aus der EU verdrängt werde.
Auch Datenpools für KI- und Analyseanwendungen seien betroffen: 59 Prozent der Unternehmen berichten, entsprechende Projekte seien an Datenschutzvorgaben gescheitert oder gar nicht erst gestartet worden.
Als weitere Problemfelder nennt die Studie internationale Datentransfers, Rechtsunsicherheit und fehlendes Fachpersonal. 82 Prozent der Unternehmen sehen Unsicherheiten bei Datenschutzvorgaben als große Herausforderung. 38 Prozent beklagen einen Mangel an qualifizierten Datenschutzfachkräften.
Zudem wünschen sich 71 Prozent der Unternehmen tragfähige politische Lösungen für den internationalen Datentransfer.