Becker & Müller Leiterplatten

Spezialitäten gehören zum Alltag

11. Juli 2018, 14:56 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Präzision, Hochstrom oder Wärmeableitung

Becker & Müller
Fertigung von Spezialitäten bei Becker & Müller Schaltungsdruck
© Becker & Müller

Die etablierten Themen Präzision, Hochstrom oder Wärmeableitung sind selbstverständlich weiter auf dem Schirm. Die Projekte werden gemeinsam mit den Kunden entwickelt und unterliegen üblicherweise der Verschwiegenheit aller Beteiligten. Nur so viel: Das erreichte Präzisionsniveau zwischen Bohrung und Leiterbild lag bei einem Kundenprojekt unter ±20 µm. Und bei Hochstromplatinen sind Leiterbahndicken bis zu 200 µm realisierbar, in Ausnahmefällen sogar bis 1000 µm – dann aber meist eher zur Wärmeableitung.

Speziell bei der Wärmeableitung findet eine große Entwicklung statt. Neben Aluminium werden auch andere Materialien wie Kupfer oder Keramik getestet. Becker & Müller hat in neue Keramik-Prozesse und spezielles Know-how investiert. Der Markt für Keramik-Anwendungen ist noch relativ klein und deshalb interessieren sich meist recht wenige Leiterplattenfertiger für solche Sonderwünsche. Becker & Müller ist bei diesen Themen dabei und möchte auf diesem Weg bereit für Technologien der Zukunft sein. Bereits in der frühen Planungsphase steht Becker & Müller den Designern und Produktentwicklern zur Seite, um beim Design for Manufacturing zu unterstützen.

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Metallisierte, große Bohrungen sind keine Standardfertigung - in der Spezialitäten- Prototypenfertigung bei Becker Müller machbar.
© Becker & Müller

»In schlechteren Zeiten ist es durchaus üblich, dass besondere Dienstleistungen auf dem Leiterplattenmarkt von beinahe allen angeboten werden. Die Auftragsbücher wollen gefüllt sein und da ist fast jedes Mittel recht. In wirtschaftlich besseren Zeiten konzentrieren sich viele auf das umsatzstarke Geschäft mit Serienproduktionen oder Ähnlichem«, schildert Xaver Müller. Im Moment sind die Zeiten besser, das zeigen die Marktzahlen und Michael Becker und Xaver Müller sehen das auch deutlich bei den Anfragen. Dass im Kleinen entwickelte Teile dann für die Serienproduktion in das eventuell billigere Ausland verlagert werden, gehört laut Aussage der beiden zum alltäglichen Geschäft. Sie sind dafür vorbereitet. Die Fertigungsdaten können problemlos übertragen werden.

Auch im Bereich der Hochfrequenztechnik ist Becker & Müller sehr aktiv: Herkömmliche Materialien zur Leiterplattenfertigung, wie beispielsweise FR4, sind nur bei Frequenzen in den Schaltungen von bis zu 1 GHz einsetzbar. Für Signalfrequenzen oberhalb 1 GHz gibt es neue Materialien wie Rogers oder Arlon, die für Frequenzen bis 12 GHz geeignet sind. Dieses HF-taugliche Material ist allerdings etwa um den Faktor 10 teurer als FR4. Deshalb werden oft Verbundaufbauten in den Leiterplatten gemacht. »Wir haben zum Beispiel für einen Kunden 6-lagige Multilayer-Boards mit FR4-Kern und beidseitigen Außenlagen aus Rogers mit ganz speziellen Streifenleiterstrukturen für einen Kunden umgesetzt. In den professionellen Sat-Verteilern, wo beispielsweise Leistungsteiler mit extrem vielen Ausgängen benötigt werden, setzt man auch einmal reine HF-Boards ein.« Auch weiterhin wollen die beiden Geschäftsführer neue Technologien in die Produktion aufnehmen, denn: „Das macht für uns die Arbeit spannend!“


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