Um die führende Marktstellung auf diesem Gebiet weiter auszubauen, investierte der Ventilatorhersteller allein an den deutschen Standorten 53,6 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen bedient heute mit über 10.000 Produkten eine hohe Branchenvielfalt, die sich das Unternehmen u.a. auch aufgrund vergangener Krisen wie 2001 in der Telekommunikation oder 1992 im Maschinenbau aufgebaut hat. Dies kommt dem Pionier der stromsparenden EC-Ventilatortechnologie aktuell zu Gute. Während Umsatzerlöse in den Segmenten wie IT/Telekommunikation (- 13 Prozent) und Hausgeräte (- 9 Prozent) deutlich zurückgingen, konnte ein leichtes Wachstum im Bereich der Luft, Kälte Klimatechnik (+ 2 Prozent) erzielt werden. Besonders erfreulich war ein Umsatzplus von 14 Prozent in der Heiztechnikindustrie.
Der Exportanteil des Ventilatorspezialisten blieb mit 70 Prozent (740 Mio. Euro) nahezu konstant - und dies trotz eines leichten Umsatzrückgangs um 1,8 Prozent auf 159 Mio. Euro, hervorgerufen durch ein schwaches IT/Telekommgeschäft in China, ist Asien weiterhin bedeutender Wachstumsmarkt für ebm-papst. Durch die Produktionserweiterung in Indien sowie einer Niederlassungsgründung in Vietnam baut das Hohenloher Unternehmen seine weltweite Präsenz weiter aus. Entgegen den Erwartungen und dem weltweiten Trend sanken die Umsätze in Amerika nur leicht um 2 Mio. auf 120 Mio. Euro.
Der europäische Markt ging um 3,1 Prozent auf 463 Mio. Euro, resultierend aus Investitionsstaus in Osteuropa, zurück. Deutschland hingegen blieb mit 314 Mio. Euro (- 0,1 Prozent) auf konstantem Niveau. Mit 63,7 Mio. Euro ungebrochen hoch, waren die Investitionen, die der Hersteller allein an seinen inländischen Standorten Mulfingen, St. Georgen und Landshut tätigte.
Die ebm-papst-Gruppe beschäftigte zum Geschäftsjahresende 08/09 weltweit 9677 Mitarbeiter. Gegenüber Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 221 Personen, der überwiegend aus dem Personalabbau innerhalb von osteuropäischen Fertigungen sowie einem Abbau von Leiharbeitern und befristeten Mitarbeitern resultiert. Der Anteil der im Inland beschäftigten Mitarbeiter lag zu diesem Zeitpunkt mit 5111 Personen bei einem Anteil von 53 Prozent und damit weiterhin über dem Ausland.
Budgets für Forschung und Entwicklung bleiben unangetastet
»Die Halbwertzeit von Prognosen ist tendenziell geringer als eine Woche«, so der Chef der Unternehmensgruppe zu Vorhersagen zum neuen Geschäftsjahr. Obwohl heute getroffene Aussagen schon morgen Schnee von gestern sein können, glaubt Beilke fest daran, dass das Konjunkturtal im Herbst 2009 erreicht sein wird. Den geplanten Umsatz für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen mit rund 1 Mrd. Euro (- 4,8 Prozent) festgeschrieben. Darauf basieren die weiteren Planungen der Unternehmensgruppe, beispielsweise bei Personal und Investitionen.
Trotz Kosteneinsparung und Strukturüberprüfung sollen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung konstant bleiben. »Auch im laufenden Jahr werden wir unsere F&E-Investitionen in Deutschland mit 53,6 Mio. Euro unangetastet lassen«, so der Vorsitzende der Geschäftsführung. »Unser Ziel ist es, jedes unserer Produkte energetisch besser zu machen als das Vorgängermodell - weiterhin arbeiten wir an einer ganzen Reihe neuer Ideen für Ventilatoren und Motoren, beispielsweise im Bereich von Materialverbindungen, der Nano-Technologie oder in Keimfreilösungen«, so Beilke mit Blick auf die Zeit nach der Krise.