Bedientechnik: das Beste aus zwei Welten

Touchscreen und Taster – gemeinsam sind sie stark

16. November 2022, 08:00 Uhr | Andreas Knoll
Der Schurter TTS ist präziser, berührungsloser Metal-Line-Taster in optischer ToF-Technik.
© Schurter

Weil elektromechanische Bedienelemente klare taktile Rückmeldung geben, die direkte Bedienung bestimmter Funktionen vereinfachen und Blindbedienung ermöglichen, sind sie immer häufiger gemeinsam mit einem Touchdisplay in demselben HMI-System integriert. Doch wie lässt sich beides zusammenführen?

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Kombination aus Touchscreen und Elektromechanik oft die ideale Lösung

Singer Torsten
Torsten Singer, Georg Schlegel: »In vielen Fällen ist ein reines Touchdisplay nicht sehr praktikabel, besonders wenn ein schneller und unzweideutiger Zugriff auf eine Funktion notwendig ist.«
© Schlegel

Torsten Singer, Produktmanager bei Georg Schlegel: »Auch hier gilt: Der Zweck und das Einsatzgebiet bestimmen die dafür notwendige Technik. Dementsprechend kann ein Touchdisplay auch mal ohne elektromechanische Komponenten auskommen, wenn dies dem Zweck gerecht wird. Doch in vielen Fällen ist ein reines Touchdisplay weniger praktikabel, besonders wenn ein schneller und unzweideutiger Zugriff auf eine Funktion notwendig ist. Das ist etwa beim Thema ‚Sicherheit beim Bedienen einer Maschine’ der Fall. Hier ist ein physischer Not-Halt unentbehrlich, weil damit schnell und sicher eine Notsituation gelöst werden kann. Die haptische Rückmeldung gibt zusätzliche Sicherheit. Damit bekommen Nutzer die eindeutige Bestätigung, dass der Not-Halt auch wirklich ausgelöst wurde.

Elektromechanische Bedienelemente und Touchscreens werden sich in Zukunft immer mehr ergänzen, wobei beide Systeme ihre Vorteile einbringen können. Die Kombination erleichtert und vereinfacht die Bedienung von Touchscreens, weil elektromechanische Elemente schnelle und eindeutige Funktionen übernehmen können. Die fehlende Haptik und taktile Rückmeldung von Displays lassen sich damit durch ergänzende Befehlsgeräte kompensieren. Auch bei untypischen oder für Touchdisplays unüblichen Bewegungen wie etwa Drehen oder Feinjustieren bieten sich elektromechanische Bedienelemente wie Joystick oder Drehknopf an.

Die Symbiose der beiden Systeme kann auf mehrere Arten erfolgen. Bedienelemente lassen sich direkt auf der Displayoberfläche oder daneben anbringen. Die Entwicklung hin zu einer Integrationslösung von Touch und elektromechanischen Schaltern und Tastern wird durch den Trend zu modularen Aufbauten gefördert. Es werden nicht alle Funktionen in das mobile Bedien-Panel eingebaut, sondern mit aufsteckbaren Modulen abgebildet. Diese lassen sich dann je nach Bedarf hinzufügen.«

Maurer Roland
Roland Maurer, Schurter: »Bei Sicherheitsanwendungen, die einen Not-Aus-Taster erfordern, sind elektromechanische Bedienelemente weiterhin nicht zu ersetzen.«
© Schurter

Roland Maurer, Product Manager Input Systems bei Schurter: »Bei Sicherheitsanwendungen, die einen Not-Aus-Taster erfordern, sind elektromechanische Bedienelemente weiterhin nicht zu ersetzen. Auch eine einfache Bedienung von Maschinen mit fühlbarer Haptik etwa durch Start-Stopp-Tasten ist nur mit elektromechanischen Bedienelementen zu realisieren. Die Integration kann durch Bohrungen in der Glasfront oder als separat abgesetzte Bedienzone im Touchpanel erfolgen.

Haptisch fühlbare mechanische Bedienelemente mit einem Betätigungsweg lassen sich nicht durch kapazitive CapKey-Tasten ersetzen. Für Direkteingaben in HMI-Menüs besteht jedoch die Möglichkeit, dies als virtuelle Tasten im erweiterten Touch-Bereich oder als zusätzliche CapKey-Sensoren hinter das Glas des Touchdisplays zu integrieren.«

Elma Electronic: Halle B3, Stand 361

N&H Technology: Halle A2, Stand 369

Rafi: Halle A2, Stand 341

Georg Schlegel: Halle A2, Stand 550

Schurter: Halle B5, Stand 201


  1. Touchscreen und Taster – gemeinsam sind sie stark
  2. Kombination aus Touchscreen und Elektromechanik oft die ideale Lösung


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