Umsatz und Auslieferungen steigen

Tesla: EU-weite Zulassung für neues Assistenzsystem soll bald kommen

23. April 2026, 08:08 Uhr | dpa
Bild eines Cybercabs
© Tesla

Tesla erwartet eine baldige EU-weite Zulassung seines Fahrassistenzsystems FSD. In den USA beginnt der Bau von Robotaxis und Robotern.

Der Elektroautobauer Tesla rechnet damit, dass sein fortschrittliches Fahrassistenzsystem, das Fahrern große Teile der Steuerung abnehmen soll, in den kommenden Monaten EU-weit zugelassen wird. Nach der bereits erfolgten Genehmigung in den Niederlanden sei man gut positioniert, noch im laufenden Quartal eine Zulassung für die gesamte EU zu erhalten, erklärte Finanzchef Vaibhav Taneja bei der Vorlage der Quartalszahlen.

In den USA können Fahrer die Software mit dem vollständigen Namen »Full Self-Driving (Überwacht)« bereits seit mehreren Jahren nutzen. Den ursprünglich verwendeten Begriff »Full Self-Driving« musste Tesla um den Zusatz »überwacht« ergänzen, da das System noch kein autonomes Fahren ermöglicht und die Verantwortung weiterhin beim Fahrer liegt. Gerade in der Anfangsphase berichteten Nutzer von zahlreichen Fehlern. Inzwischen verweist Firmenchef Elon Musk auf deutliche Fortschritte. Aktuell zählt Tesla rund 1,28 Millionen FSD-Abonnenten – etwa 180.000 mehr als noch vor drei Monaten.

Jahrelange Versprechen

Seit rund einem Jahrzehnt kündigt Musk an, dass Serienfahrzeuge von Tesla eines Tages vollständig autonom fahren werden. Nun »schätzt« er, dass eine unüberwachte Version von FSD in den USA »wahrscheinlich im vierten Quartal« eingeführt wird. Gleichzeitig betonte er, dass die Einführung schrittweise erfolgen soll und nur in Regionen, in denen das System als ausreichend sicher gilt. Fahrzeuge mit älteren Bordcomputern, die ursprünglich ebenfalls als FSD-fähig verkauft wurden, müssten dafür in sogenannten »Minifabriken« nachgerüstet werden.

Robotaxis und Roboter

Musk sieht die Zukunft von Tesla weniger im klassischen Autoverkauf, sondern vor allem in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern. Derzeit startet das Unternehmen die Produktion eines Robotaxi-Fahrzeugs namens »Cybercab« – ein Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale. Da rund 90 Prozent aller Fahrten mit nur ein oder zwei Personen stattfinden, könnte dieses Modell langfristig den Großteil der Produktion ausmachen, so Musk.

Noch in diesem Jahr will Tesla zudem mit der Fertigung humanoider Roboter unter dem Namen »Optimus« beginnen. Parallel dazu stellt das Unternehmen die größeren Fahrzeugmodelle S und X ein. Die frei werdenden Kapazitäten im Werk in Fremont (Kalifornien) sollen künftig genutzt werden, um langfristig bis zu eine Million Roboter pro Jahr zu produzieren. Allerdings werde der Produktionshochlauf aufgrund der neuen Technologie zunächst langsam erfolgen, räumte Musk ein.

Starke Konkurrenz

Sowohl im Robotik- als auch im Robotaxi-Markt trifft Tesla auf etablierte Wettbewerber. Besonders im Bereich autonomes Fahren gilt die Google-Schwesterfirma Waymo als deutlich voraus. Das Unternehmen sei etwa 50-mal größer, betonte der Tech-Analyst und Investor Gene Munster. Musk setzt dagegen auf Kostenvorteile, da Tesla ausschließlich Kameras verwendet und auf teureres LiDAR verzichtet. Viele Experten bezweifeln jedoch, dass dieser Ansatz langfristig ein zuverlässiges autonomes Fahren ermöglicht.

Wieder anziehendes Geschäft

Die ambitionierten Zukunftspläne sind kostenintensiv: Tesla erhöhte seine Prognose für die Kapitalausgaben in diesem Jahr von 20 auf 25 Mrd. Dollar. Finanziert werden soll dies vor allem durch das Kerngeschäft mit Elektroautos – das sich nach einem Rückgang im vergangenen Jahr wieder stabilisiert.

Im Jahresvergleich stieg der Quartalsumsatz um 16 Prozent auf 22,39 Mrd. Dollar, der Gewinn legte um 17 Prozent auf 477 Mio. Dollar zu. Die weltweiten Auslieferungen erhöhten sich um 6,3 Prozent auf 358.023 Fahrzeuge, nachdem sie im Vorjahresquartal noch um 13 Prozent gesunken waren.

Tesla betreibt zudem eine große Produktionsstätte im brandenburgischen Grünheide bei Berlin, in der vor allem das Model Y gefertigt wird. Dort wurde im ersten Quartal mit über 61.000 Fahrzeugen ein neuer Produktionsrekord erreicht, so Taneja. Die Anlage ist derzeit auf eine Jahreskapazität von mehr als 375.000 Fahrzeugen ausgelegt.

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