Innovation Zusammenarbeit mit Startups – eine Anleitung

Die Toyota AI Ventures fördert fortan vielversprechende Start-ups, die sich mit Themen wie Künstliche Intelligenz, autonomen Fahren, Robotik oder Cloud-Technologie beschäftigen, bereits in frühen Unternehmensphasen.

Um sich rasch digital zu transformieren, gibt es für etablierte Unternehmen eine Reihe von Möglichkeiten. Eine davon ist die Zusammenarbeit mit Start-ups. Management-Beraterin Anne M. Schüller gibt Tipps.

Die Architektur innovativer Startups ist geprägt von Offenheit und Vernetzung. Die Orte der Arbeit sind meist minimalistisch und sehr funktional. Sie formen die Grundlage für Kollaboration und Konnektivität. Die Prozesse sind stets hoch flexibel und laufen zügig ab. Ermöglicht wird das durch Prototyping und Iteration.

Zwar haben steife Vorgaben in Startups keinen Platz. Mehr noch als in Großunternehmen würden sie hier zu Verzettelung, Frust und Effizienzverlust führen. Dennoch braucht es ein Mindestmaß an Strukturen, Routinen und die Standardisierung von Basisprozessen.

Das Credo ist Kundenorientierung statt Prozessoptimierung. Dies erfordert, dass die Prototypisierung beim Kunden beginnt – und nicht in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Dieses Vorgehen hilft dabei, den Kunden zu verstehen, um so Angebote zu erstellen, die dessen Bedürfnisse perfekt bedienen.

Bei den Kollaborationswerkzeugen setzen Startups gerne auf Cloud-basierte Lösungen. Dann hat jeder im Team von jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit Zugriff auf die Projekte. Erst das ermöglicht die schnelle Iteration, egal wie groß das Team ist.

Was Unternehmen von Startups lernen können

Die Kultur innovativer Startups basiert auf ständiger Weiterentwicklung sowie auf Kundenzentrierung. Zudem schaffen sie ein Lernumfeld, in dem Mentoring, konstruktives Feedback und eine ausgeprägte Fehlerkultur etabliert sind. Folgende vier Punkte sind dabei essentiell:

  • Pivotieren: Ursprünglich geplante Vorgehensweisen werden sofort über Bord geworfen, wenn sie sich als nicht markttauglich erweisen. Unverzügliche Kurswechsel werden in Angriff genommen, wenn der Wind plötzlich anders weht. In tradierten Unternehmen hingegen hält man an laufenden Projekten oder an einer Jahresplanung auch dann immer noch fest, wenn die Nichtmachbarkeit bereits absehbar ist. Zögerliches Abwarten und Bewahrenwollen sind dort die Norm.
  • Verschwendung vermeiden: Dies ist ein Grundprinzip in Startups, denn Ressourcen in Form von Zeit, Geld und Mitarbeitern sind ständig knapp. Aufwendige Reportings, unnötige Meetings und die gesamte Selbstbeschäftigungsbürokratie klassischer Organisationen sind dort deswegen tabu.
  • Iteratives Lernen: Die Geschäftsidee an sich sowie alle Entwicklungsschritte werden iterativ mithilfe von Kundenmeinungen optimiert. Iteration beschreibt das mehrfache Wiederholen gleicher oder ähnlicher Handlungen zur Annäherung an eine Lösung. Die besten Ideen kommen dabei oft von draußen. Ständige Feedbackschleifen von testen – lernen – verbessern – testen – lernen – verbessern ermöglichen rapide Kurskorrekturen. Hierzu werden nutzbare, minimal funktionsfähige Produkte (Minimal Viable Products, MVP) schnell auf den Markt gebracht, sukzessive durch User im realen Umfeld getestet und laufend verbessert. Überflüssiges kommt sofort weg.
  • Vom Kunden her denken: »Raus auf die Straße, Nutzer beim Anwenden beobachten und mit (potenziellen) Kunden reden«, ist eine Basisdevise im Startup-System. In traditionellen Unternehmen hingegen wird eine nach Meinung der Ingenieure und Entwickler perfekte Lösung in den Markt geworfen und erst dann in einer Rückschau durch aufwendige Kundenzufriedenheitsuntersuchungen (mithilfe vorformulierter Fragen) validiert.