US-Kongressabgeordnete warnen Chinesische Übernahme von Lattice wackelt

Lattice bietet Systeme für verschiedene Anwendungen in Autos an.
Die programmierbaren Logik-ICs von Lattice lassen sich in unterschiedlichen Zielmärkten einsetzen, wie hier beispielsweise in Autos.

Die USA betrachten Chinas Einkaufszug in der Halbleiterbranche zunehmend skeptisch. Jetzt wackelt die Lattice-Übernahme. Werden sich die USA unter Trump abschotten?

Die Amtszeit des gewählten Präsidenten Trump wirft ihre Schatten voraus. Der noch amtierende Präsident Obama sieht die nationale Sicherheit plötzlich durch das Übernahmeangebot eines chinesischen Investors an die deutsche Aixtron gefährdet, weil das Unternehmen eine US-Tochter besitzt. Die Übernahme von Aixtron könnte dadurch zumindest behindert werden.

Nun hat eine Gruppe von amerikanischen Mitgliedern des Kongresses, darunter Republikaner und Demokraten, laut Reuters in einem Schreiben an Finanzminister Jack Lew das Übernahmeangebot an Lattice Semiconductor von Canyon Bridge Partners als die Sicherheit der USA gefährdend eingestuft. Lattice ist mit großem Abstand drittgrößter Hersteller programmierbarer Logik. In dem Brief fordern die Abgeordneten das Committee for Foreign Investment (CIFUS) auf, das Übernahmeangebot zurückzuweisen. Das CIFUS hatte schon das Übernahmeangebot an Aixtron als negativ für die USA bewertet.

Über 20 Mitglieder des Kongresses haben den Brief  des Abgeordneten Mark Pittenger laut Reuters unterzeichnet. Canyon Bridge Water hatte ein Übernahmeangebot an Lattice in Höhe von 1,3 Mrd. Dollar unterbreitet. Hinter Canyon Bridge Water stünde letztlich die chinesische Regierung, so der Brief, und die hatte 2015 verkündet, über zehn Jahre rund 150 Mrd. Dollar in den Aufbau der heimischen Halbleiterindustrie stecken zu wollen (Siehe Markt&Technik, Ausgabe 8/2016, S. 76). Offenbar gibt es in den USA Bestrebungen, sich gegen die aggressive Einkaufspolitik chinesischer Unternehmen zu wehren.

Schon Anfang November hatte Handelsministerin Penny Pritzker den »150-Mrd.-Dollar-Plan« der chinesischen Regierung scharf kritisiert, mit dem sie den Anteil der heimischen Halbleiterfertigung von derzeit 9 auf 70 Prozent heben will. Die staatliche Einmischung in dieser Größenordnung würde das »innovative Ökosystem« unterminieren. Immerhin entspräche der Betrag fast der Hälfte des weltweiten Halbleiterumsatzes von 2015.

Die Abgeordneten schreiben nun, dass alles andere als eine Zurückweisung des Angebotes der Chinesen an Lattice im Widerspruch zu der öffentlichen Stellungnahme Pritzkers stünde.  

»Die Investoren in den USA, in Europa und in Japan scheinen nicht mehr so stark an der Halbleiterindustrie interessiert zu sein wie in der Vergangenheit. Es gibt kein anderes Land, dessen Regierung einen so großen Fokus auf Industrie und Handel legt wie China. Regierungen demokratischer Länder sind nur an der nächsten Wahl interessiert. Aber China hat große Fortschritte dabei erzielt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass China technologisch zur Weltspitze aufschließt«, sagte Zhao Weiguo, CEO von  Tsinghua Unigroup, in einem Interview mit Nikkei Asia Review Anfang des Jahres. Das chinesische Unternehmen will zur Nummer 3 unter den weltweit größten Chipherstellern aufsteigen und über die nächsten fünf Jahre 45 Mrd. Dollar in die Übernahme von Halbleiterunternehmen investieren.