Innovative Ideen bei Cosima 2016 (Teil1) Stürze erkennen und Lebensmittelzustand analysieren

Die Preisträger des VDE/BMBF-Studentenwettbewerbs Cosima präsentierten im Rahmen der Electronica ihre Projekte.
Die Preisträger des VDE/BMBF-Studentenwettbewerbs Cosima präsentierten im Rahmen der Electronica ihre Projekte.

Die Preisträger des Studentenwettbewerbs Cosima 2016 stehen fest. Die innovativen Projektideen, die in diesem Jahr eingereicht wurden, stellen wir Ihnen hier nun vor. In diesem Artikel beginnen wir mit einem energieautarken Sturzsensor und einem Mikrosystem für einen smarten Kühlschrank.

Um Studenten für die Mikrosystemtechnik zu begeistern, veranstaltet der VDE mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF den Wettbewerb Cosima. Zu diesem sind jedes Jahr Studenten von Fachhochschulen und Hochschulen im deutschsprachigen Raum aufgerufen, ihre Ideen und Projekte für neue Einsatzmöglichkeiten von Mikrosystemen einzureichen.

Nun wurden die diesjährigen Preisträger ausgezeichnet. Den ersten Platz und ein Preisgeld von 1000 Euro erhielten Studenten der Universität des Saarlandes für das solarbetriebene Sensorsystem „Ghostbuster“ zum Aufspüren von Geisterfahrern. Der zweite Preis inklusive 750 Euro Preisgeld ging an ein Team der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg für die Entwicklung ihres Notrufsystems „BodyWarn“ und ein Studententeam von der Hochschule Furtwangen konnte sich Platz Drei und 500 Euro sichern; das Team präsentierte einen Roboterarm, der Augenbrauen zupfen kann.

Alle drei Gewinner-Innovationen und noch Weitere wollen wir Ihnen in einer Artikelserie gerne eingehend beschreiben.

Energieautarker Sturzsensor

Mit ihrem Prototypen eines energieautarken Sturzsensors konnten Elena Bürkin, Julian Singer, Fabian Lickert und Ole Thaden von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Bild 1) die Jury so sehr überzeugen, dass sie auf Platz 2 gewählt wurden.

Die Mikrosystemtechnik-Studenten entwickelten den am Handgelenk tragbaren „BodyWarn“, der insbesondere alten und kranken Menschen in Notfallsituationen von Nutzen sein könnte. Über einen Knopf lässt sich jederzeit ein Notruf per Funk an eine Basisstation senden. Außerdem ist das System in der Lage, einen Sturz zu erkennen. Es sendet dann automatisch einen Notruf, auch wenn der Gestürzte dazu nicht mehr in der Lage ist. Der Sturzsensor versorgt sich vollkommen autark mit Energie, die durch Energy Harvesting aus der Umgebung gewonnen wird. Dies ist eine entscheidende Eigenschaft für ein solches Notrufsystem, weil es zu keinem Ausfall durch leere Batterien mehr kommen kann.

Smarter Kühlschrank

Ein interessantes Projekt entstand auch im Fachgebiet Mikromechanische Systeme an der TU Ilmenau. Drei chinesische Studenten (Bild 2), die dort Mechatronik im Masterstudiengang belegen, nahmen mit „ZHI-fridge“ am Studentenwettbewerb Cosima teil.

Bei ZHI-fridge handelt es sich um ein Mikrosystem, das als Überwachungssystem in Kühlschränke integriert werden soll. Mit Hilfe dieses Mikrosystems sollen Informationen über den Frischezustand jedes einzelnen Lebensmittels im Kühlschrank gesammelt werden und an den Benutzer übermittelt werden. Der Vorteil eines „intelligenten“ Kühlschranks: Die Anwender können ihr Kaufverhalten an die tatsächliche Verderblichkeit der Lebensmittel anpassen und dadurch die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren.

Noch mehr pfiffige Innovationen bei Cosima 2016

Wie mit dem Sensorsystem “Ghostbuster” (Platz 1 beim Wettbewerb) Geisterfahrer vor dem Falschfahren gewarnt werden können und wie Luftüberwachung im Smart Home funktionieren kann, lesen Sie hier.

Was ist Cosima

Mit dem Wettbewerb Cosima, der 2009 ins Leben gerufen wurde und sich wachsender Beliebtheit erfreut, sollen neue Anwendungsmöglichkeiten für Mikrosysteme gefunden werden. Gesucht werden Applikationen, die die Interaktion zwischen Mensch und Technik in verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens verbessern und erleichtern. Cosima steht für „Competition of Students in Microsystems Applications“. Aus aussichtsreichen Ideen entwickeln die Projektteams einen Prototyp.

Die drei Gewinnerteams qualifizieren sich in jedem Jahr für den internationalen Wettbewerb iCan. Der iCan 2017 findet vom 8. bis 10. August 2017 in Peking statt.

 

 

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