Innovative Ideen bei Cosima 2016 (Teil2) Geisterfahrer vor dem Falschfahren warnen

Die Preisträger des VDE/BMBF-Studentenwettbewerbs Cosima präsentierten im Rahmen der Electronica ihre Projekte.
Die Preisträger des VDE/BMBF-Studentenwettbewerbs Cosima präsentierten im Rahmen der Electronica ihre Projekte.

Dass Studenten tolle Ideen haben, sieht man am Mikrosystemtechnik-Wettbewerb Cosima. Die im vergangenen Jahr eingereichten Projektideen reichen von Geisterfahrer-Abwehrsystemen bis hin zu Luftüberwachungslösungen im Smart Home.

Im ersten Artikel über den Prototyp eines energieautarken Sturzsensors mit der Bezeichnung “BodyWarn” sowie über den smarten Kühlschrank “ZHI-fridge” haben wir begonnen, Ihnen in einer kleinen Artikelserie die Projekte des Studentenwettbewerbs Cosima 2016 vorzustellen. Nun möchten wir Ihnen zwei weitere Projekte präsentieren.

Geisterfahrer abwehren

Weniger Geisterfahrer auf Deutschlands Straßen – dies wollen drei Studenten der Universität des Saarlandes mit ihrem solarbetriebenen Sensorsystem „Ghostbuster“ erreichen. Mit ihrem Einfall, eine kostengünstige Alternative zu Anlagen mit Krallen oder Induktionsspulen in der Fahrbahn zu finden, um Autofahrer vor dem Falschfahren zu warnen, überzeugten Julian Neu, Benjamin Kirsch und Daniel Gilo die Jury des Studentenwettbewerbs: Sie erreichten den ersten Platz, gewannen ein Preisgeld von 1000 Euro und dürfen im Sommer nach Peking zum internationalen Studentenwettbewerb iCan fahren.

Die Sensoren des im Projekt entwickelten Warnsystem-Prototyps lassen sich in Leitpfosten (Bild 1) einbauen. Im Zusammenspiel verschiedener Sensoren werden vorbeifahrende Autos und deren Fahrtrichtung erkannt. Die Messdaten laufen in einem Mikrocon­troller im Innern des Leitpfostens zusammen und können verschiedene Reaktionen auslösen, zum Beispiel ein Lichtsignal zur Warnung an den Falschfahrer, ein Notrufsignal oder eine Warnmeldung per SMS an Verkehrsteilnehmer und Polizei. Das unauffällige System wird von den Autofahrern nicht wahrgenommen und hat deshalb keinen störenden Einfluss auf den Straßenverkehr.

Luftüberwachung im Smart Home

Die Idee zur Entwicklung eines Sensorknotens, der die Luftfeuchtigkeit von Wohnräumen überwacht, hatte ein Studententeam (Bild 2) von der Universität Kassel. Denn ein häufiges Problem in Wohnräumen ist die Bildung von Schimmel, die sich durch gezielteres Lüften verringern oder vermeiden lassen würde.

Die im Projekt „Smart Condition Monitoring“ von den Team-Mitgliedern Joachim Hebeler, Catharina Schmiedeknecht und Christian Hoyer konzipierte Sensor-Lösung weist den Bewohner mittels Push-Benachrichtigung auf das Smartphone darauf hin, dass gelüftet werden sollte. Durch die Überwachung von Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Zimmertemperatur lässt sich per Algorithmus eine effiziente Lüftungsstrategie berechnen. Projektziel war es, ein einfach zu installierendes System zu entwerfen: der Endkunde soll durch einfaches Anbringen der Sensoren sowie Aufstellen der Basisstation in der Lage sein, ein funktionsbereites Sensornetzwerk aufzubauen. Die für den Betrieb des Netzwerks benötigte Energie lässt sich durch Energie aus der Umwelt wie beispielsweise Solarenergie abdecken. Für das System wurden Sensoren mit einer Lebensdauer von möglichst mehr als zehn Jahren ausgewählt. Außerdem bekommt der Anwender die Möglichkeit, die einzelnen Sensoren auf ihre Funktion hin zu testen.

Was ist Cosima?

Mit dem Wettbewerb Cosima, der 2009 ins Leben gerufen wurde und sich wachsender Beliebtheit erfreut, sollen neue Anwendungsmöglichkeiten für Mikrosysteme gefunden werden. Gesucht werden Applikationen, die die Interaktion zwischen Mensch und Technik in verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens verbessern und erleichtern. Cosima steht für „Competition of Students in Microsystems Applications“. Aus aussichtsreichen Ideen entwickeln die Projektteams einen Prototyp.

Die drei Gewinnerteams qualifizieren sich in jedem Jahr für den internationalen Wettbewerb iCan. Der iCan 2017 findet vom 8. bis 10. August 2017 in Peking statt.

 

Die GMM 
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