Recruiting mittels selbstlernender App Künstliche Intelligenz ist die Zukunft der Personalsuche

Für Personaldienstleister mit umfangreichen Datenbanken oder für größere Unterrnehmen mit einer Vielzahl von Bewerbern ist die Mitarbeiter-Auswahl ohne leistungsfähige Algorithmen kaum noch möglich. Eine selbstlernende App hilft bei der Auswahl des perfekten Kandidaten.

Mittelständische Personaldienstleister haben heutzutage bis zu 500.000 Lebensläufe in ihrer Datenbank; die großen Dienstleister sogar über 1 Million Lebensläufe. Aus dieser Datenflut die richtigen Kandidaten herauszufiltern, ist kaum mehr möglich. Deshalb hat das deutsch-italienische Start-Up Algorithmiko eine Applikation auf Basis von künstlicher Intelligenz entwickelt, die die Personalsuche völlig anders angeht.

Während bisherige Matching-Prozesse die Lebensläufe meist nach Job-Titeln durchsuchen, verwendet Algorithmiko einem anderen Ansatz: Das Unternehmen geht davon aus, dass die Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen eines Menschen eine »professionelle DNA« bilden, die ihn einzigartig macht.

Die Applikation analysiert selbständig und in Sekundenschnelle Inhalte aus strukturierten und unstrukturierten Dokumenten und gleicht sie mit den geforderten Kompetenzen ab, ohne dass eine manuelle Eingabe komplexer Filter nötig ist. Die Kompetenzen werden nach den Bedürfnissen des Marktes gewichtet. Daraus wird eine Matching-Liste der geeignetsten Kandidaten erstellt.

»Es geht darum, was jemand kann – nicht, welchen Jobtitel er vorher inne hatte«, betont Raffaele Esposito, Mitgründer und Chef-Entwickler bei Algorithmiko. »Denn dass ein Kandidat eine bestimmte Position inne hat oder ein spezifisches Aufgabenfeld verantwortet, bedeutet nicht, dass er nur diese Tätigkeiten ausüben kann. Seine Kompetenzen und Fähigkeiten können ihn auch für anderen Jobs qualifizieren.«

Software versteht Inhalte

Die Algorithmiko-App arbeitet mit einer semantischen Analyse. Sie versucht also nicht nur Übereinstimmungen von Wörtern oder Wortkombinationen zu suchen, sondern Inhalte zu verstehen und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Solche semantischen Analysen durch Ontologien werden in der Informatik überall dort verwendet, wo es darum geht, die Bedeutung von Informationen zu formalisieren und nutzbar zu machen. Aber die Ontologie der Algorithmiko-App kann noch mehr: Sie lernt dazu. Das heißt, sie eignet sich durch automatisierte Verfahren weiteres Wissen an und nimmt dadurch an Umfang und Struktur zu.

Werden zum Beispiel für ein Job-Profil neue Kompetenzen und Fähigkeiten in den gecrawlten Anzeigen gefunden, nimmt die Ontologie diese auf und berücksichtigt sie bei ihrer zukünftigen Suche.

Hilfe bei der Bewerberauswahl

Die Software kann Bewerbungen, die auf Stellenanzeigen hin eingehen, automatisch mit den geforderten Kompetenzen abgleichen. Aber wie wichtig ist eine bestimmte Kompetenz für das Jobprofil? Welche Fähigkeiten werden benötigt?

Die App gewichtet nach den Bedürfnissen des Marktes. Um diese zu ermitteln, durchsucht sie täglich die wichtigen Job-Portale des Internets und ermittelt die geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten in den Ausschreibungen – und zwar international. .

Je häufiger eine Kompetenz in vergleichbaren Stellenanzeigen genannt wird, desto höher ist die Marktgewichtung und damit ihre Relevanz. Und je mehr relevante Kompetenzen ein Kandidat in seinem Lebenslauf nachweist und je länger er sie erworben hat, desto besser ist sein Matching und damit seine Position in der Liste.