Trump droht Autobauern Was wird aus Mexikos Vorzeige-Fabriken?

Mitarbeiter bei der internen Einweihung des Karosseriebaus in San José Chiapa.

Diese Frage ist untrennbar mit der deutschen Automobil-Industrie und ihren Lieferanten verbunden. Erst im September eröffnete Audi dort eine smarte Vorzeige-Fabrik nebst Zulieferpark.

Angelockt durch die Nähe zum Exportmarkt USA und niedrigen Lohnkosten sind inzwischen fast alle deutschen Hersteller – VW, Audi, Daimler - nebst Zulieferindustrie in Mexiko vertreten.  BMW will 2019 eine Fabrik eröffnen.  Mexiko ist inzwischen das Mekka der deutschen und internationalen Automobil-Industrie. Nicht nur die Konzerne haben Milliarden in den Standort investiert, sondern auch die Zulieferer. Kurze Wege und Just-in-Time/Just-in –Sequence Belieferung ist eine Voraussetzung, um für die Automobilindustrie fertigen zu dürfen. Nun poltert der designierte US Präsident Donald Trump gegen diese Standort-Politik der Autobauer und droht mit horrenden Schutzzöllen bzw. Einfuhrsteuern.   

VW ist bereits seit den 1960er Jahren in Mexiko vertreten. In Puebla befindet sich das weltweit zweitgrößte Werk des Konzerns. Tochter Audi hat am 30. September 2016 nachgezogen.  Im mexikanischen San José Chiapa (ebenfalls im Bundesstaat Puebla) wurde das 12. Werk im Audi-Produktionsverbund eingeweiht. Audi produziert auf einer Fläche von 400 Hektar den Premium-SUV Audi Q5. Damit entsteht erstmals ein Modell für den Weltmarkt außerhalb des europäischen Kontinents.

 

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Audi Mexiko

Audis modernste Fabrik steht in Mexiko.

Die nach Aussage von Audi modernste Produktionsstätte der Audi-Welt ist mit 2400 Metern gleichzeitig der höchst gelegene Standort des Unternehmens: “Der zentrale Produktionsleitstand hat Benchmarkcharakter und symbolisiert die Audi Smart Factory“, kommentiert Audi-Produktionsvorstand Prof. Dr. Hubert Waltl.
Um Premiumqualität abzusichern, vernetzt das Unternehmen sein neues Werk global mit den anderen Standorten im Audi-Produktionsnetzwerk. Im zentralen Produktionsleitstand, kurz P Leitstand, arbeiten insgesamt 105 Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen und kontrollieren die Entstehung des neuen Audi Q5 aus der Vogelperspektive. In Kombination mit dem Qualitätslabor und dem Trainingscenter stellt Audi den weltweit gültigen Qualitätsstandard sicher.
Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern überwachen die Mitarbeiter des zentralen „P Leitstands“ in drei Schichten die Produktion des neuen Audi Q5. In dieser zentralen Kontrollwarte sind erstmals fünf Leitstände zusammengefasst, die an anderen Audi-Standorten oftmals noch räumlich getrennt sind. Zum Beispiel der Logistik- und der Instandhaltungsleitstand. Waltl: „Die Zusammenlegung einzelner Schnittstellen ermöglicht, dass die verschiedenen Kontrollzentren effektiv und direkt miteinander kommunizieren. Dadurch erkennen wir frühzeitig kleinste Abweichungen und können rechtzeitig reagieren.“ Ein weiteres Beispiel dafür, wie der Premiumhersteller die Digitalisierung und Vernetzung in seinen Werken vorantreibt, liege in der standortübergreifenden Zusammenarbeit. Auch Kollegen in Ingolstadt könnten sich per Fernzugriff auf den Leitstand von Audi México aufschalten, um fachliche Unterstützung zu leisten.