DRAMeXchange NOR-Flash-ICs teuer und knapp

Die Umsatzanteile der fünf größten NOR-Flash-Hersteller.
Die Umsatzanteile der fünf größten NOR-Flash-Hersteller.

Preise für NOR-Flash-Speicher werden im dritten Quartal noch einmal um 20 Prozent ansteigen – die Verknappung verschärft sich.

Neu entstehende Märkte für NOR-Flash-Speicher treffen auf relativ bescheidene Produktionskapazitäten: Deshalb werde die Knappheit über die nächsten Quartale anhalten und die Preise würden weiter steigen. Das sagen die Analysten der zu TrendForce gehörenden DRAMeXchange voraus.

Für frischen Bedarf sorgt vor allem die Nachfrage durch die AMOLED-Bildschirme, die in Smartphones Einsatz finden, sowie durch die »Touch with Display Driver Integration« (TDDI) und neue IoT-Geräte. Alle drei Sektoren wachsen schnell. Die sehr überschaubare Zahl der NOR-Hersteller würden also derzeit – in Abhängigkeit ihrer Prozesstechniken – gute Gewinne einfahren.

Die derzeitige Kapazität gibt DRAMeXchange mit 88.000 Waferstarts (300 mm) pro Monat an. Die Fertigung könnten die Hersteller nicht einfach hochfahren, weil die NOR-Flash-Speicher kundenspezifische Anpassungen an den jeweiligen Einsatz erfordern.

Verschärfend komme hinzu, dass viele große Hersteller an dem Nischenmarkt nicht sehr interessiert zu sein scheinen. Sie wollen ihre Kapazitäten eher reduzieren und sich aus dem Markt ganz zurückziehen. »Cypress lenkt den Schwerpunkt der Fertigung auf ICs für den Einsatz in Fahrzeugen und der Industrie. Ein weiterer Hersteller bietet gerade seine 8-Zoll-NOR-Flash-Fab zum Verkauf an«, sagt Avril Wu, Research Director von DRAMeXchange.

Außerdem investiere die chinesische GigaDevice nach dem Kauf von ISSI mehr in den vielversprechenden Markt für 3D-NAND-Flash-ICs, reduziere also den Ausstoß an NOR-Flash-Chips.  

Können die kleineren Anbieter von NOR-Flash-Speichern die Lücke füllen? Für die Nischenanbieter gäbe es doch Grund, die Kapazität zu erhöhen, um von der Marktsituation zu profitieren. Laut Wu will Winbond die Kapazität um 6.000 Wafer-Starts pro Monat bis Ende des Jahres erhöhen. Auch Macronix wolle die Kapazität von 44.000 Waferstarts auf 50.000 ausbauen. Powerchip, die derzeit keine eigenen NOR-Flash-Speicher im Programm hat, wolle künftig mit anderen Herstellern von NOR-Speichern zusammen arbeiten.

Allerdings rechnet er nicht damit, dass sich die Ausbaupläne vor der zweiten Jahreshälfte 2018 auswirken könnten, weil zuerst das neue Equipment beschafft und installiert werden müsse. Die Situation bleibt also angespannt.