Leti/Fraunhofer Deutschland und Frankreich arbeiten zusammen

Gemeinsam stärker: Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik (Dr. Hubert Lakner, links) und CEA-Leti (Marie Semaria, rechts).
Gemeinsam stärker: Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik (Dr. Hubert Lakner, links) und CEA-Leti (Marie Semaria, rechts).

Das französische Forschungsinstitut Leti und der Fraunhofer Verbund für Mikroelektronik wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. Das gab Marie Semaria, CEO von Leti, und Dr. Hubert Lakner. Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik, während der Leti Innovation Days bekannt.

Dazu wurde in Grenoble ganz offiziell der Vertrag zwischen Leti und dem Fraunhofer-Verbund unterschrieben. Die beiden Institute arbeiten schon länger zusammen, jetzt wurde aber festgelegt, dass die Kooperation noch tiefer gehen soll. So wollen beide Forschungszentren sowohl bei More Moore als auch More than Moore kooperieren und zukunftsweisende Technologien entwickeln, die in zukünftigen Applikationen in Bereichen wie IoT, Augmented Reality, Automotive, Gesundheitswesen, der Luftfahrt und vielen anderen benötigt werden.

Semaria ist fest überzeugt, dass es für die Industrie in Europa – und das gilt besonders für Deutschland und Frankreich - von entscheidender Bedeutung ist, dass Forschungsinstitute zusammenarbeiten, denn so könnten die benötigten Key-Enabling-Technologien realisiert und schnell in die Industrie transferiert werden, was die Innovationskraft beider Länder neu beflügeln und die strategische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas stärken wird. Semaria: »Aufbauend auf unseren früheren erfolgreichen Kooperationen werden Leti und Fraunhofer ihre komplementären Stärken nutzen, um die internationale Spitzenposition der französischen und deutschen Mikroelektronikindustrie zu erhalten und zu stärken. Die gemeinsam entwickelten Technologien wollen wir europaweit zugänglich machen.« Lakner fügt hinzu: »Die Mikro- und Nanoelektronik sowie Smart Systems sind Schlüsseltechnologien für den wirtschaftlichen Erfolg in Europa, insbesondere in Deutschland und Frankreich. Europa kann es sich nicht mehr länger leisten, seine Forschungskompetenzen aufzusplitten. Zum Wohle der Industrie wird es immer wichtiger, Kräfte zu bündeln, das gilt für die Wirtschaft wie für die Forschung. Der neue Kooperationsvertrag ist der Anfang einer strategischen Forschungskooperation beider Länder. Jetzt können wir gemeinsam das gerade angelaufene Important Project of Common European Interest – kurz IPCEI – zur Mikro- und Nanoelektronik unterstützen.«

Die gemeinsamen Forschungsaktivitäten umfassen folgende Themen:

  • Silizium-basierte Technologien für die kommenden CMOS-Prozesse und -Produkte, einschließlich Design, Simulation, Prozess- und Materialentwicklung sowie deren Produktionstechniken.
  • Erweiterte More-than-Moore-Technologien für Sensor- und Kommunikationsanwendungen
  • Fortschrittliche Aufbau- und Gehäusetechnologien.

Die Unterzeichnung des Forschungsabkommens markiert auch gleichzeitig den 50ten Geburtstag von Leti. In einer zweiten Phase kann die Kooperation je nach Bedarf um weitere akademische Partner und andere Länder ergänzt werden.