US-Bedenken verhindern Deal Chinesen wollen Aixtron doch nicht

Guido Pickert, Aixtron: »Im Falle einer erfolgreichen Transaktion, können wir unser Technologieportfolio in der vollen Breite weiterentwickeln und zur Marktreife führen.«
Guido Pickert, Aixtron: »Falls die Übernahme nicht zustande kommt, könnte Aixtron einer Schrumpfkur unterzogen werden müssen.«

Fujian Grand Chip Investment will Aixtron nicht mehr, das bedeutet harte Einschnitte.

Im Interview mit Mart&Technik hatte Guido Pickert, Unternehmenssprecher von Aixtron, behauptet: »Der Deal lebt noch.« Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Denn Pickert sagte auch: »In den letzten Jahren haben wir jährlich rund 30 Prozent unseres Umsatzes für Forschung und Entwicklung unserer Hochtechnologie ausgegeben. Da das Umsatzniveau unserer existierenden Produkte nicht ausreichte, um diese hohen Zukunftsaufwendungen zu finanzieren, haben wir Verluste in Kauf genommen.«

Die neuen vielversprechenden Technologien stecken aber noch in den Kinderschuhen und kosten weiter Geld – bevor sie dann richtig zur Umsatzsteigerung beitragen könnten. Ein Investor wäre also dringend erforderlich. Ihn meinte das Management in Fujian Grand Chip Investment gefunden zu haben und setzte große Hoffnungen in den Deal, sowohl, um Geld für F&E zu erhalten als auch um die Präsenz in China auszubauen.
 
Wie Reuters jetzt meldet, hätten die Chinesen nun aber die Offerte zurückgezogen. Bereits erworbene Papiere würden am 13. Dezember zurückgebucht. Aixtron wollte sich dazu nicht weiter äußern. Fujian Grand Chip Investment wollte 676 Millionen Euro für das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen ausgeben. US-Präsident Barack Obama hatte bezüglich der amerikanischen Tochter von Aixtron Sicherheitsbedenken geäußert.

Weil Aixtron rund 20 Prozent des Umsatzes in den USA generiert, hat Fujian Grand Chip Investment wohl kalte Füße bekommen.

Arbeitsplätze in Gefahr

Für die Bundesregierung hat sich damit die Prüfung der bislang geplanten Übernahme erledigt. »Wir haben zur Kenntnis genommen, dass der Bieter sein Angebot zur Übernahme von Aixtron zurückgezogen hat«, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums gegenüber Reuters. Damit sei die Prüfung zur Erteilung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Bundesregierung nicht mehr nötig.
Die Bundesregierung hatte ursprünglich eine Unbedenklichkeitserklärung abgegeben. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zog sie aber im Oktober kurzerhand zurück.

»Falls die Übernahme nicht zustande kommt, könnte Aixtron einer Schrumpfkur unterzogen werden müssen«, hatte Guido Pickert im Interview mit Markt&Technik gesagt. Für 2016 hatte Pickert mit einem Umsatz zwischen 180-200 Mio. Euro gerechnet. Damit habe das Unternehmen im globalen Wettbewerb noch nicht die kritische Masse erreicht, um selbständig wachsen zu können.
Die Aktien von Aixtron notierten am Donnerstag zeitweise 4,5 Prozent im Minus bei 3,72 Euro.