Samsung Foundry 8-nm-Prozess fährt hoch

Auf dem Samsung Foundry Forum in München erklärte das Unternehmen die künftige Strategie, nach dem das Foundry-Geschäft jetzt neben Memory und S.LSI eine eigene Einheit bildet.
Auf dem Samsung Foundry Forum in München erklärte das Unternehmen die künftige Strategie, nach dem das Foundry-Geschäft jetzt neben Memory und S.LSI eine eigene Einheit bildet.

10% kleiner und um 10% effizienter ist der neue FinFET-8-nm-Prozess von Samsung gegenüber dem 10-nm-Prozess. In dem letzten Prozess, der noch mit konventioneller Lithografie auskommt, fertigt Samsung unter anderem Snapdragons.

Über die nächsten Monate will Samsung den Prozess hochfahren. Dabei profitiert das Unternehmen von den Erfahrungen, die es sammeln konnte, als es den 10-nm-Prozesses im Oktober 2016 hochfuhr, wie das Unternehmen anlässlich des Samsung Foundry-Forum in München erklärte. Die 8-nm-Shrink-Version unterscheidet sich von dem 10-nm-Prozess nur durch einen engeren Metal-Pitch. Die bestehenden IPs können also mit nur sehr kleinen Abänderungen weiter verwendet werden, weil sich die Front-End-of-Line-Rules des 10-nm-Prozesses für den 8-nm-Prozess nicht ändern.

Mit den neuen Foundry-Prozessen, an deren Spitze der 8-nm-Prozess steht, will Samsung den operativen Gewinn auf 13,3 Mrd. Dollar (15 Billiarden Won) pro Quartal steigern.

Bei den ersten ICs, die Samsung Foundry auf Basis des 8-nm-Prozesses fertigt, handelt es sich voraussichtlich um den Snapdragon von Qualcomm. Samsung fertigt bereits Snapdrogon-Prozessoren für den Einsatz in Smartphones auf Basis des 14- und 10-nm-Prozess. Qualcomm ist ein wichtiger Kunde von Samsung Foundry, rund 40 Prozent des Foundry-Ausstoßes von Samsung soll allein auf das Konto der Amerikaner gehen.

EUV in der Produktion

Unterdessen arbeitet Samsung kräftig am eigenen FinFET-7-nm-Prozess, dem ersten, bei dem für die Strukturierung der kritischen Schichten auch die völlig neue EUV-Lithografie einsetzt, die mit „Licht“ der Wellenlänge 13,5 nm arbeitet, für das keine Linsen mehr zum Einsatz kommen, sondern eine reine Spiegeloptik im Vakuum. Deshalb werden diese Maschinen auch extrem teuer sein und sollen weit über 100 Mio. Dollar pro Einheit kosten. Erst kürzlich hatte ASML bekannt gegeben, bereits sechs EUV-Maschinen in diesem Jahr verkauft zu haben, weitere 23 Bestellungen lägen vor.