Weltgrößte H2-Fabrik für FC Toyota bietet Tesla mit neuem E-Truck die Stirn

Der neue Brennstoffzellen-Lastwagen von Toyota, mit dem die Japaner dem batteriebetriebenen Truck von Tesla die Stirn bieten wollen.  Jetzt baut Toyota die weltgrößte Fabrik zur Erzeugung von Wasserstoff für Brennstoffzellen.
Der neue Brennstoffzellen-Lastwagen von Toyota, mit dem die Japaner dem batteriebetriebenen Truck von Tesla die Stirn bieten wollen. Jetzt baut Toyota die weltgrößte Fabrik zur Erzeugung von Wasserstoff für Brennstoffzellen.

Toyota baut mit Tri-Gen in Kalifornien die weltgrößte Wasserstoff-Fabrik für Brennstoffzellen und stellt kurz nach Tesla einen E-Truck vor - auf FC-Basis.

Auf der Los Angeles Auto Show zeigte Toyota einen 36-Tonner, der auf denselben Markt abzielt wie der elektrisch angetriebene Lastwagen, den Tesla vor zwei Wochen präsentiert hat. Im Gegensatz zum Truck von Tesla, der auf Basis von Batterien läuft, setzt Toyota aber auf Brennstoffzellen (Fuell Cells, kurz FC).

Einen Seitenhieb auf Tesla konnte sich Andrew Lund, Chefingenieur von Toyota North America, laut der Nikkei Asia Review, anlässlich der Präsentation des Lastwagens nicht verkneifen: »Wir kündigen nur an, worüber wir auch seriös sprechen können.« Es würden bald weitere Testfahrzeuge folgen und Toyota werde schnell in Stückzahlen gehen, erklärte er mit Blick auf die Verzögerungen, mit denen Tesla zu kämpfen hat.

Um Brennstoffzellen zu betreiben, ist aber Wasserstoff erforderlich. Wie ernst es Toyota mit dem Thema Brennstoffzellen und Wasserstoffwirtschaft meint, zeigt der Plan, eine Megawatt-Fabrik zur Wasserstoffgewinnung  im Hafen von Long Beach in Kalifornien zu bauen. Eine zusammen mit Air Liquide gebaute Wasserstoff-Tankstelle ist selbstverständlich mit dabei. 

100 Prozent erneuerbar

Wenn die Anlage 2020 in Betrieb geht, wird sie nicht nur 2,35 MW Elektrizität und 1,2 t Wasserstoff pro Tag liefern, sondern auch Wasser – daher der Name. Tri-Gen setzt also ausschließlich auf erneuerbare Energien. Mit dem Wasserstoff alleine, der ausschließlich aus landwirtschaftlichen Abfall erzeugt wird, ließe sich 1.500 Fahrzeuge pro Tag versorgen. Damit wird Toyota all seine Brennstoffzellen-Fahrzeuge versorgen, die über den Hafen geleifert werden, einschließlich des Mirai und des Heavy-Duty-Fuel-Cell-Class-8-Truck, der auch unter dem Namen „Project Portal“ bekannt ist.

Die Wahl fiel nicht zufällig auf diesen Standort. Denn dort gelten für die Lastwagen bereits sehr strenge Abgasvorschriften, so dass sie elektrisch betrieben werden müssen. Weil in Kalifornien und auch im Umland von Los Angeles viel Landwirtschaft betrieben wird, ist es nicht schwer, an die Biomasse zu kommen, die die Fabrik für die Erzeugung des Wasserstoffs nutzen soll.  

Die Brennstoffzellenautos haben gegenüber den Batterieautos große Vorteile: Die Reichweite ist deutlich höher und sie lassen sich in Minuten auftanken. Außerdem sind Batterien sehr schwer. Das fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht, wenn es um die Versorgung von Lastwagen geht.

Allerdings sind diese Autos im Vergleich zu mit Batterien betriebenen Elektrofahrzeugen immer noch sehr teuer. Laut Experten dürften die Herstellungskosten für das Brennstoffzellenauto vom Typ Mirai von Toyota doppelt so hoch liegen, wie für ein entsprechendes batteriebetriebenes E-Auto. Vor allem die Brennstoffzellen selber sind noch teuer und auch der Tank aus Kohlenstofffasern schlägt stark zu Buche.