Markttrends: Industrielle Kommunikation Feldbusse und Ethernet im Zeitalter von Industrie 4.0

Konsolidierte Schätzung von HMS für die Fabrikautomatisierung 2016 auf Basis verschiedener Marktstudien und eigener Statistiken
Konsolidierte Schätzung von HMS für die Fabrikautomatisierung 2016 auf Basis verschiedener Marktstudien und eigener Statistiken

Obwohl das Thema Industrie 4.0 omnipräsent ist, werden nach Einschätzung von HMS Industrial Networks immer noch mehr Feldbus- als Industrial-Ethernet-Knoten installiert. Wireless-Techniken verzeichnen ein hohes Wachstum auf niedrigem Niveau, und neue Standards wie OPC UA und TSN rücken in den Fokus.

Die Feldbustechnik ist ausgereift und gerade deshalb bei Anwendern beliebt. Denn Profibus & Co. sind bewährt, stabil und zuverlässig. Nach Einschätzung von HMS wird es sich auch noch 2016 bei 58 Prozent der in industriellen Netzwerken neu installierten Knoten um Feldbusknoten handeln. Auch wenn sich das jährliche Wachstum der Feldbusse merklich verlangsamt hat, geht HMS für 2016 von 7 Prozent Wachstum aus.

Bei Industrial Ethernet sind seit etwa vier Jahren große Zuwächse zu beobachten. HMS schätzt das jährliche Wachstum von Industrial Ethernet auf ungefähr 20 Prozent und den Marktanteil insgesamt auf 38 Prozent. Bei neuen Anlagen ist demnach Industrial Ethernet die bevorzugte Technik für die industrielle Kommunikation. Es punktet besonders in Anwendungen mit großen Datenmengen oder bei der Motion Control.

Profinet und EtherNet/IP liefern sich HMS zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei Profinet in Europa und EtherNet/IP in Amerika dominiert. Bemerkenswert ist demnach, dass EtherNet/IP mittlerweile DeviceNet überholt hat. EtherCAT ist in der Halbleiterindustrie und in Motion-Control-Anwendungen weit verbreitet und ersetzt zunehmend CAN-basierte Protokolle im Maschinenbau. Auch Powerlink hat seinen Marktanteil im Maschinenbau ausgebaut.

Im Umfeld von Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT) entstehen neue Maschinen- und Bedienkonzepte, bei denen die Wireless-Techniken den drahtlosen Zugang ins Automatisierungssystem ermöglichen. Damit werden Wireless-Lösungen zur Basistechnik für neue Maschinen- und Bedienkonzepte wie »Bring Your Own Device« (BYOD) und »Machine Health«. Der Anteil der Wireless-Netzwerke in der Fabrikautomatisierung liegt HMS zufolge momentan bei 4 Prozent. Das Unternehmen rechnet mit einem Wachstum von 30 Prozent jährlich. Besonders Bluetooth ist demnach für Industrie 4.0 interessant, weil mit Bluetooth 4.0 (= Bluetooth Low Energy / Bluetooth Smart) auch kleine, batteriebetriebene Sensoren in industrielle Netzwerke eingebunden werden können.