Infineon Technologies Agile Roboter von Kabeln befreien

Industrieroboter benötigen heute noch dicke Kabelstränge. Infineon hat sich ein System überlegt, das die vielen Kabel durch wenige Gleichstromkabel ersetzt.
Industrieroboter benötigen heute noch dicke Kabelstränge. Infineon hat sich ein System überlegt, das die vielen Kabel durch wenige Gleichstromkabel ersetzt.

Infineon entwickelt eine PLC-Technik, um den Motoransteuerungen in Robotern die Möglichkeit zu geben, über Versorgungskabel zu kommunizieren.

Mit der Power-Line-Communication-Technik (PLC) will Infineon den Kabelwust rund um die Roboter deutlich reduzieren. Denn heute versorgen den Roboterarm und die Werkzeuge fast 30 geschirmte Kabel – sie sind speziell bei größeren Leistungen teuer, aufwendig zu installieren und anfällig. Um einen Großteil dieser Kabel zu eliminieren, müsste in die Motorsteuermodule lediglich ein entsprechendes PLC-Chipset (Power Line Communication) integriert werden (12, 24, 48, 600 V DC oder 400 V AC), das optimal an die vorhandene Leistungselektronik angepasst ist. Die Idee: die Motoransteuerung außerhalb des Roboters zu platzieren, den gesamten Roboter dann einfach über zwei bis drei DC-Kabel zu versorgen und die Informationen für die Motortreiber aufzumodulieren. So ließen sich die bisher pro Motor erforderlichen jeweils drei- bis vierphasigen Kabel einfach einsparen. Müller: »Wir haben gezeigt, dass wir die Zahl der Kabel von 27 auf 2 reduzieren können, wobei die Performance teilweise sogar über dem Bereich existierender Feldbuslösungen liegt.«

Die bisherigen Messungen in den so aufgebauten System zeigten sehr erfreuliche Ergebnisse, wie Dr. Clemens Müller, Director Business Development Robotics von Infineon, im Interview mit Markt&Technik erklärte: »Über die neuen modulierten Versorgungsleitungen fallen die aufwendigen Kabelbäume und die vielen Interfaces weg, die in den harten Industrieumgebungen so anfällig sind. Darüber hinaus ließe sich sogar ohne Funkverbindungen verlässliches Condition-Monitoring an Antrieben durchführen, die außerhalb des Anwendungsbereichs Robotik liegen. Das wird zu einer disruptiven Änderung in der Robotik und der Automatisierungstechnik führen!« Im Moment sind die Münchner dabei, ein entsprechendes Referenzsystem aufzubauen, um im kommenden Jahr zu demonstrieren, wie es die Roboterwelt verändern wird.