Konsolidierung Fujitsu und Panasonic legen SoC-Geschäft zusammen

Das SoC MB86E631 von Fujitsu. Die Entwicklung dieser Bauelemente wird mit Panasonic zusammengeführt und ausgelagert.
Das SoC MB86E631 von Fujitsu. Die Entwicklung dieser Bauelemente wird mit Panasonic zusammengeführt und ausgelagert.

Die japanischen Konzerne Fujitsu und Panasonic werden ihr angeschlagenes SoC-Geschäft in ein neues Unternehmen zusammenlegen. Dafür erhoffen sie sich Finanzspritzen von der staatlichen Development Bank of Japan.

Dass es um die japanische Chip-Instustrie nicht zum Besten steht, wurde spätestens 2012 klar, als Elpida, einziger verbliebener Hersteller von DRAMs in Japan, seine Insolvenz erklären musste und Renesas Electronics durch eine massive Investition des staatlichen Investment-Fonds "Innovation Network of Japan" gerettet werden musste.

Neben der Zusammenlegung des SoC-Geschäfts plant Fujitsu allerdings noch weitere Schritte, um sein Halbleitergeschäft zu restrukturieren. So soll die 300-mm-Fab in eine neue Foundry ausgelagert werden. Auch Fertigungspartner TSMC soll an dieser Foundry beteiligt werden. Die Fertigung von Fujitsu Semiconductor besteht dann noch aus zwei 200-mm-Fabs sowie einer 150-mm-Fab.

Wie es mit dem Micrcontroller- und Analoggeschäft von Fujitsu Semiconductor weitergeht, gab das Unternehmen nur recht vage bekannt. Hier schaue man sich derzeit eine ganze Reihe von Möglichkeiten an, wie das Geschäft weiterentwickelt werden könne.

Auch Renesas hatte bei den Merger-Gesprächen mit Fujitsu und Panasonic letztes Jahr ursprünglich mit am Tisch gesessen, offenbar konnte man sich über die Modalitäten des Zusammenschlusses jedoch nicht einigen, so dass nun Fujitsu und Panasonic ihr Geschäft alleine zusammenführen.

Von den Restrukturierungsmaßnahmen sind bei Fujitsu rund 2.000 Mitarbeiter betroffen.

Fujitsu hatte heute seine Jahresprognose herabsetzt und erwartet nun einen Verlust in Höhe von 1 Mrd. Dollar (95 Mrd. Yen). Noch vor 3 Monaten hatte man einen Gewinn in Höhe von 25 Mrd. Yen prognostiziert.

Den Höhepunkt hatte die japanische Chip-Industrie im Jahr 1987, als mit Matsushita/Panasonic, Mitsubishi, Hitachi, NEC, Fujitsu und Toshiba sich gleich sechs Hersteller unter den Top-10-Halbleiterherstellern weltweit befanden. Seitdem fand die Konsolidierung kein Ende, heute sind mit Toshiba und Renesas Electronics nur noch zwei japanische Firmen in den Top-10.