Update: Neues Halbleiterwerk in Dresden Bosch investiert 1 Mrd. Euro und schafft 700 Arbeitsplätze

Die Konzernzentrale von Bosch auf der Schillerhöhe in Stuttgart.
Die Konzernzentrale von Bosch auf der Schillerhöhe in Stuttgart.

Nachdem in der letzten Woche immer mehr Details durchgesickert waren, folgt heute die Bestätigung: Bosch wird in Dresden eine 300-mm-Halbleiterfabrik errichten. Bosch-Chef Denner spricht von der größten Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch.

Bosch hat nun den Schleier gelüftet und offiziell bekanntgegeben, dass der Stuttgarter Konzern ein Halbleiterwerk für die Verarbeitung von 300-mm-Wafern in Dresden bauen wird. Laut dem derzeitigen Fahrplan ist der Baubeginn für Ende 2017 bzw. Anfang 2018 und die Fertigstellung bis Ende 2019 geplant. Auf einem ca. 60.000 m2 großen Grundstück soll ein Gebäude mit bis zu 15.000 m2 Fertigungsfläche und separaten Büroflächen entstehen. Nach einer Anlaufphase soll das Halbleiterwerk Ende 2021 die Produktion aufnehmen. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für den Standort auf rund eine Milliarde Euro. „Die neue Fertigung für Halbleiter ist die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch“, erklärte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. In Dresden sollen bis zu 700 neue Arbeitsplätze entstehen. „Halbleiter sind die Kernkomponenten aller elektronischen Systeme. Ihre Anwendungsfelder werden durch die zunehmende Vernetzung und Automatisierung immer größer. Mit der Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten für Halbleiter stellen wir uns für die Zukunft auf und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit“, begründete Denner den Schritt.

BMWi unterstützt Ansiedlung von Bosch in Dresden

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (BMWi), würdigte die Investition von Bosch in den Hochtechnologiestandort Deutschland mit den Worten „Wir begrüßen die Investitionsentscheidung von Bosch in Sachsen. Die Stärkung der Halbleiterkompetenz in Deutschland und damit auch in Europa ist eine Investition in eine zentrale Zukunftstechnologie und damit ein ganz wichtiger Schritt für den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit auch des Industriestandorts Deutschland.“ Das BMWi beabsichtigt – vorbehaltlich der Genehmigung der Europäischen Kommission – die Einrichtung und Inbetriebnahme der neuen Halbleiter-Fertigung in Dresden zu unterstützen. „Für den Ausbau unserer Halbleiterkompetenz bietet der Wirtschaftsstandort Sachsen gute Voraussetzungen“, stellte Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH fest. Dresden ist bekannt für sein in Europa einmaligesMikroelektronik-Cluster, genannt „Silicon Saxony“. Das Cluster umfasst Unternehmen der Zulieferer-, Dienstleister- und Anwenderindustrie sowie Universitäten mit entsprechender technologischer Expertise. Zudem soll Dresden mit der „Digital Hub Initiative“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu einem Ökosystem für das Internet der Dinge entwickelt werden. Bosch beabsichtigt, eng mit den lokal ansässigen Halbleiterfirmen zu kooperieren und so nicht nur den Standort Deutschland, sondern Europa insgesamt im internationalen Vergleich zu stärken. „Das ist die nächste gute Entscheidung für Europas führendes Mikroelektronik-Cluster hier bei uns in Sachsen. Ich danke Bosch für das Vertrauen in den Standort, seine Mitarbeiter und die sächsische Innovationskraft. Neuartige Produkte für das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind mit die wichtigsten Themen in der Mikroelektronikbranche und der europäischen Industrie“, erklärte Stanislaw Tillich, Ministerpräsident von Sachsen.