Infineon Verhindert US-Regierung die Wolfspeed-Übernahme?

Dr. Reinhard Ploss,
Vorsitzender des Vorstands der Infineon Technologies AG
Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands der Infineon Technologies AG

Die US-Behörden melden Bedenken an bei der Übernahme des SiC-Spezialisten Wolfspeed durch Infineon. Der Deal könne ein Sicherheitsrisiko für die USA sein, teilte ein Ausschuss der US-Regierung den beiden Unternehmen mit.

Die Übernahme des US-Chipherstellers Wolfspeed durch Infineon Technologies gerät durch Widerstand der US-Behörden in Gefahr. Infineon und die Wolfspeed-Mutter Cree teilten am Mittwoch mit, der Genehmigungsausschuss der US-Regierung, Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), habe beide Unternehmen darüber informiert, dass die Übernahme als Risiko für die nationale Sicherheit der USA angesehen werde.

Vor diesem Hintergrund bestehe ein »substanzielles Risiko«, dass die anvisierte Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden könne, teilte der Dax-Konzern mit. Cree ergänzte in einer Stellungnahme, man erwäge eine Modifizierung der Transaktion. Eine Garantie dafür, dass dadurch die Bedenken des CFIUS ausgeräumt werden könnten, gebe es nicht. Auch Infineon erklärte, man werde weiterhin mit CFIUS eng zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden, die die Bedenken ausräumen könnten.

Infineon hatte im vergangenen Sommer die Übernahme von Wolfspeed für 850 Millionen Dollar angekündigt; mit Hilfe des US-Herstellers wollen die Bayern ihre Position als Zulieferer für Elektroautos und den Mobilfunk ausbauen. Die Expertise der rund 550 Mitarbeiter und die Anlagen von Wolfspeed sollen etwa beim Bau kleinerer und effizienterer Ladegeräte für E-Autos helfen.

Es ist bereits das zweite Mal in kurzer Zeit, dass die US-Behörden mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken bei geplanten Übernahmen intervenieren. Im Dezember hatte der chinesische Investor Fujian Grand Chip Investment die Übernahme des deutschen Chipanlagenbauers Aixtron abgeblasen, nachdem die US-Regierung damals noch unter Präsident Barack Obama unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken die Übernahme des US-Geschäfts von Aixtron durch den chinesischen Investor blockiert hatte.