Analog meets Digital

Hameg Instruments greift den zunehmenden Trend nach MSOs (Mixed Signal Oszilloskopen) auf und stellt zur electronica 2008 eine Geräteserie vor, die die Lücke im 350-MHz-Bereich bei einem Preis ab 3400 Euro (inkl. Logik-Tastkopf) schließen soll.

Mit nur wenigen Handgriffen wird aus einem DSO ein MSO: Als Digitalspeicher-Oszilloskop bieten die 2- bzw. 4-Kanal-DSOs der Serie HMO von Hameg Instruments eine Bandbreite von 350 MHz, 4 GSample/s Abtastrate und 2 MByte Speicher pro Kanal. Als MSO stellen sie zudem bis zu 16 Logikkanäle zur Verfügung.

Neben der Real-Time-Abtastrate von 4 GSample/s erfassen die Geräte periodische Signale in der Betriebsart Random Sampling mit bis zu 50 GSample/s. Für Messungen in DC-gekoppelten Signalzweigen steht eine pro Kanal individuell wählbare DC-Offset-Funktion zur Verfügung. Die FFT- sowie die zahlreichen Automeasurement-Funktionen, der 6-Digit-Counter, die einstellbare Nachleuchtdauer sowie eine inverse Helligkeitsdarstellung für selten auftretende Signaldetails erleichtern die Signalanalyse weiterhin. Die HMOs bieten drei USB-Schnittstellen für Massenspeicher, Drucker und Fernsteuerzwecke. Optional sind auch IEEE-488- oder Ethernet/USB-Schnittstellen verfügbar.

Dank der Speichertiefe von 2 MPts pro Kanal und der MemoryZoom-Funktion kann das HMO Signale im Faktor 100.000:1 dehnen. Dies reduziert die Fehlersuchzeit besonders bei komplexen Fehlern, deren Ursache oft weit vom Triggerpunkt entfernt liegt. Dank der für diese Preisklasse besonders rauscharmen Flash-A/D-Wandler kann der Anwender klare Details des Messsignals auch noch im Bereich 1 mV/Div betrachten.

Das 6,5-Zoll-TFT-Display mit VGA-Auflösung zeigt 12 Div in X-Richtung an. Auch im MSO-Modus sind die Messergebnisse der bis zu 16 Digitalkanäle gut ablesbar. Mittels VirtualScreen lässt sich einerseits die typische 8-Div-Anzeige für die Analogkanäle auf 10 Div ausweiten, andererseits kann unterhalb der Analogkanäle eine Fullscreen-Darstellung der 16 Logikkanäle erfolgen. Über den DVI-Ausgang ist neben einem Beamer auch ein handelsüblicher TFT-Monitor anschließbar – das kann besonders für manuelle Abgleichplätze bei 19-Zoll-Montage hilfreich sein.

Knifflige Triggerkriterien setzen

Neben den Standard-Triggerkriterien stehen auch die Betriebsarten »Pulsbreite«, »Verzögert« und »Ereignis« zur Verfügung. Moderne Geräte sind immer häufiger mit Embedded-Mikroprozessoren, Speicherinterfaces, FPGAs und internen Zwei- oder Dreileiter-Schnittstellen ausgestattet, deren Takterzeugung und interne Verarbeitung nicht selten rechteckige Signale mit Frequenzen von 50 MHz und mehr aufweisen. Bereits das zweikanalige HMO3522 kann neben dem qualitativen (analogen) Verlauf kritischer Signale, wie z.B. Chipselect oder Read/Write, über den aktiven Logiktastkopf das Timing von bis zu 16 weiteren Digitalsignalen mit 1 GSample/s und 2 MPts aufzeichnen.

Durch entsprechende logische Verknüpfung der Digitalsignale kann der Anwender die für den Fehlerfall erforderlichen Triggerbedingungen einfach festlegen. Die beiden Varianten der HMO-Serie sind ab Q1/2009 verfügbar und haben einen Listenpreis von 3100 bzw. 3900 Euro.