Ziele der Fortec Power Group für 2018 »Wir sind Problemlöser, keine Kistenschieber«

Jörg Traum, Fortec Power Supplies: »Der Kunde will nicht belehrt werden, er will beraten werden bei der Lösung seiner Applikationsaufgabe. Aus diesem Grund rückt bei uns der Projekt- und Dienstleistungsbezug immer mehr in den Vordergrund.«

Ausgestattet mit einem neuen Vorstand, strebt die Fortec-Elektronik-Gruppe ein dynamisches Wachstum in allen Geschäftsbereichen an.

Jörg Traum, Vorstand der Fortec Power Supplies, setzt dabei auf den Bau eines neuen Logistikcenters, die Ausweitung über die DACH-Region hinaus und eine nachhaltige Erweiterung der Linecard und schließt für die Zukunft auch Akquisitionen nicht aus.

Markt&Technik: Herr Traum, seit der Neubestellung des Vorstands der Fortec Elektronik hat sich Ihr Aufgabenbereich erweitert. Welches Umsatzvolumen verantworten Sie jetzt, in Ihrer neuen Position?

Jörg Traum: Seit Dieter Fischer, der Mitbegründer und langjährige Vorstandsvorsitzende der Fortec Elektronik, zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 am 30. Juni 2017 in den Ruhestand ging, bilde ich mit Sandra Maile, Geschäftsführerin der Tochtergesellschaften Autronic und Alltronic, und Bernhard Staller, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Data Display, das neue Führungsteam der Fortec-Gruppe. Ich war zuvor nur für die Distribution von Power-Supplies verantwortlich; nun obliegt mir als Vorstand Power-Supplies die Gesamtverantwortung für diesen Bereich. Neben den deutschen Standorten bin ich auch für die Tochtergesellschaft in der Schweiz verantwortlich. In Summe trage ich damit Verantwortung für ein Umsatzvolumen von rund 30 Millionen Euro.

Sowohl die Fortec-Gruppe als auch die von Ihnen verantwortete Tochter Emtron waren bislang fast ausschließlich auf die DACH-Region ausgerichtet. Wird sich das in Zukunft ändern?

Im Rahmen des Generationswechsels im Vorstand werden nun verschiedene Vorhaben vorangetrieben, die bereits in der Vergangenheit angelegt wurden. Mit Unterstützung des Aufsichtsrats und unseren Aktionären im Rücken verfolgen wir eine klare Wachstumsstrategie in allen drei Unternehmensbereichen: Display, Embedded Computing und Stromversorgungen. Über die Beteiligung Data Display ist Fortec bereits heute in Großbritannien und den USA mit eigenen Niederlassungen präsent. Wir werden zukünftig ganz klar verstärkt Kunden auch im europäischen Ausland akquirieren. Wir sehen unser zukünftiges Wachstumspotenzial dabei sowohl in der räumlichen Ausdehnung als auch in der Erhöhung der Wertschöpfung.

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch der geplante Neubau eines neuen Logistik-Zentrums in der Nähe von Frankfurt zu betrachten. Wie hoch sind die Investitionen und wann planen Sie den Umzug in den Neubau?

Wir gehen heute von einem Investitionsvolumen von über 3 Millionen Euro aus. Der erste Spatenstich wird im Februar/März dieses Jahres erfolgen. Wir gehen davon aus, dass wir das neue Logistik-Center noch Ende 2018 beziehen können. In Zusammenarbeit mit einem Logistikplaner setzen wir ein Konzept um, das unser Lagervolum verdreifacht, und das bei einer Lagerbelegung von vorerst 50 Prozent. Wir gehen dabei nicht in die Fläche, sondern in die Höhe. Bei 16 m würde ich aber noch nicht von einem Hochregallagersystem sprechen. Unsere Logistikhalle wird eine Fläche von 1000 m2 haben; unser 6200 m2 großes Gelände bietet für die Zukunft ausreichend Möglichkeiten, um diese Fläche mindestens zu verdreifachen.

Können Sie eine Größenordnung für den Lagerwert der Stromversorgungen dort nennen?

Wir werden zu Beginn dort Stromversorgungen im Wert von 3 bis 3,5 Millionen lagern. Wenn wir das Lager auffüllen, wird es voraussichtlich einen Wert von 8 Millionen Euro repräsentieren. Doch uns ging es nicht nur um mehr Lagerfläche. In den Neubau integriert ist auch ein neues Labor. Es verdreifacht in etwa unsere heutigen Möglichkeiten. Konnten wir im Labor bislang Geräte mit bis zu 5 kW testen, werden wir in Zukunft in der Lage sein, Stromversorgungslösungen bis 24 kW in unserem Labor kritisch unter die Lupe zu nehmen. Gleichzeitig bietet sich uns die Möglichkeit, in den nächsten Monaten die Zahl der Mitarbeiter im Labor zu verdoppeln.

Sie sprachen zuvor bezüglich des Umsatzanteils des Stromversorgungs-Geschäfts von 30 Millionen Euro. Damit liegt dieser Bereich hinter Display. Wollen Sie dieses Verhältnis ausgleichen, etwa durch Akquisitionen oder den Ausbau der Linecard?

Auch hier gilt mit der klaren Unterstützung der Aktionäre und des Aufsichtsrats, wir werden das Wachstum im Bereich Stromversorgungen gezielt vorantreiben. Das gilt sowohl für eine mögliche Erweiterung der Linecard um weitere, namhafte Hersteller als auch mögliche Akquisitionen. Bei möglichen Übernahmen geht es darum, dass sie unser Produkt- und Leistungsportfolio sinnvoll ergänzen müssen. Wenn sich eine entsprechende Chance bietet, wären wir durchaus in der Lage, einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Aktuell verfolgen wir aber keine konkreten Übernahmepläne.