Kommentar Totale Sonnenfinsternis in den USA - Blackout?

Heinz Arnold
Heinz Arnold

Den USA bleib auch nichts erspart: jetzt kommt eine Sonnenfinsternis. Wird sie das marode Stromnetz ausschalten? Was sagt Trump?

Schon die Alten haben ein solches Himmelsereignis als Zeichen kommender Schrecken gedeutet. Heute gibt die Verfinsterung der Sonne nicht nur Hinweise auf das kommende Wirken des Teufels, nein es gibt sogar Ärger ganz ohne ihn: Denn die PV-Erzeugung fällt sehr schnell ab, sobald der Mond die Sonne verfinstert, und steigt noch schneller wieder an, sobald er sie wieder stahlen lässt. In Zeiten, in denen die PV-Produktion einen signifikanten Anteil an der Einspeisung ins Stromnetz erreicht, kein kleines Problem. Sogar für die USA nicht, in denen immerhin Staaten wie Kalifornien der Blackout droht, weil die Sonnenfinsternis die Netze zu stark belastet, die zudem nicht die Neusten sind.  

Darüber habe ich kürzlich nachgedacht, als ich ganz langsam aber unaufhaltsam nach einem ausgedehnten Mittagessen in den wohlverdienten Büroschlaf glitt, der den wackeren Redakteur am Nachmittag des öfteren übermannt.

Anfangs merkte ich gar nicht, wie Morpheus sich einschlich. Ginge es nach Donald Trump, dachte ich, so wären die USA von dem Problem verschont geblieben. Denn er hält wenig von erneuerbaren Energien in seinem Land, in dem die Sonne am besten gar nicht untergehen sollte, geschweige denn sich verfinstern. Und langsam übernahm der süße Traum: Hätten die Versorger doch schon vor seinem Amtsantritt auf ihn gehört und nicht auf PV gesetzt. »Jetzt haben sie den Schlamassel! Mit Kohle wär das nicht passiert!«, denkt er sich in meinem Traum. Aber alles muss man diesen Luschen sagen! Er sagt es: »Setzt endlich wieder auf fossile Rohstoffe! Die nächste Sonnenfinsternis kommt schon 2024. Wer nicht spurt wird gefeuert!«

Aber was machen die Versorger-Versager? Sie wollen sich ein Vorbild an Europa und Deutschland nehmen, an deren Sonnenfinsternis von 2015! Um in Amerika den Blackout zu verhindern. »Europa? Deutschland?«, denkt mein Traum-Trump. »Hab ich nicht in Taormina gezeigt, wie ich mit einer solchen quantitié negligeable…«, nein, das hat er sich wohl eher nicht so gedacht, er mag Diplomatensprache nicht, also zurück: »Hab ich nicht in Taormina gezeigt, wie ich bad guys behandle? Und da wollen die EVU-Manager von den bad guys lernen – they are bad, really bad –, die die USA finanziell über den Tisch ziehen und amerikanische Jobs vernichten, weil sie keine Rohstoffe aus Mutter Erde mehr für die Verstromung nutzen wollen? Stattdessen PV-Anlagen bauen, deren Komponenten aus China oder – noch schlimmer – aus Europa kommen? Alle feuern!«

Und was macht der Mond? 1969 Amerikaner geworden, fällt ihm nichts Besseres ein, als die Sonne zu verdecken. Über den USA! Immer wieder! Anstatt als Patriot Amerika groß zu machen! »Mond, Du bist gefeuert. Und wenn Du nicht freiwillig gehst, lass ich eine Mauer ins All bauen, damit ich Dich nicht mehr sehe. Bezahlen werden sie die Europäer. Ich bin großartig, ein galaktischer Deal! Ich hab Sonnenfinsternisse abgeschafft. Kein Präsident, kein Mensch vor mir hat das je geschafft. Amerika wird in der Galaxie….«. Da erwachte ich, der Traum war aus, endlich Feierabend.