Monolith Semiconductor Littelfuse investiert in SiC

Viel Geld steckt Littelfuse in Siliziumkarbid.

Rund 15 Mio. Dollar steckt Littelfuse in die Start-up-Firma Monolith Semiconductor. Ziel: Der Einstieg in den Markt für Leistungshalbleiter auf Basis von SiC.

Höhere Schaltfrequenzen und höhere Arbeitstemperaturen locken: Weil sich der Wirkungsgrad von Leistungswandlern wie Wechselrichtern, Motoransteuerungen, Stromversorgungen von Datenzentren und Ladestationen für Elektroautos mit Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid (SiC)  gegenüber den Bauelementen aus Silizium deutlich steigern lässt, steckt Littelfuse weiteres Geld in die neue Technik und hält jetzt die Mehrheit der Anteile an Monolith Semiconductor. Schon im Dezember 2016 hatte das Unternehmen erstmals Geld in die SiC-Entwicklung von Monolith gesteckt. Das Ziel besteht darin, in den Markt für Leistungshalbeiter vorzudringen – und zwar mit einer neuen Technik.

»Die Siliziumkarbidtechnik zählt zu den vielversprechendsten Entwicklungen im Halbleiterbereich und wird viele Probleme lösen, denen die Anwender heute noch gegenüber stehen«, sagt Ian Highley, Senior VP, GM und CTO der Semiconductor Products von Littelfuse.

Dass das Material lockt, hatte sich auch daran gezeigt, dass Infineon Wolfspeed, einen SiC-Pionier und einen der wenigen Hersteller von SiC-Wafern, für 850 Mio. Dollar übernehmen wollte. Der Ausschuss für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) hatte dann den Kauf der Tochter von Cree aber wegen Sicherheitsbedenken vereitelt.

Allerdings standen die hohen Kosten der weiten Verbreitung von SiC-Bauelementen bisher im Wege. Das soll sich ändern. Dazu entwickelt Monolith Prozesse, die es erlauben die SiC-Komponenten in CMOS-Fabs auf 150-mm-Wafern in der von der Automobilindustrie geforderten Qualität zu fertigen. Das Unternehmen hat bereits 1.200-V-SiC-MOSFETs mit Hilfe eines solchen Prozesse produziert, die Junction-Temperaturen bis 175 °C tolerieren. Erst kürzlich hatte das Monolith 1.200-V-Schottky-Dioden auf Basis von SiC für 5 A und 10 A im TO-220-Gehäuse vorgestellt, die X-Fab auf 6-Zoll-Wafern in Texas fertigt. Gegenüber Dioden aus Silizium reduzieren sie die Schaltverluste um 50 Prozent.

»Wir haben bereits in der Vergangenheit mit Littelfuse partnerschaftlich zusammen gearbeitet und wir kommen jetzt der Kommerzialisierung unserer Technik näher«, sagt Dr. Sujit Banerjee, CEO of Monolith Semiconductor. Im Rahmen der Vereinbarung mit Monolith Semiconductor wird Littelfuse
weiter in die neue Technik investieren – unter der Voraussetzung, dass Monolith bestimmte Ziele erreicht. Künftig werden die Ergebnisse von Monolith in die Bilanz von Littelfuse eingehen.

Littelfuse ist eines der führenden Hersteller von Stromkreisschutzkomponenten und ist in verwandten Märkten aktiv. Dazu zählen Stromverteilungszentren für den Bergbau, Generatorsteuerung und -schutz für die Schifffahrt, Schwerlastschalter für Nutzfahrzeuge und elektromechanische Sensoren für die Automobilindustrie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 10.000 Mitarbeiter in 40 Ländern.