2018: Lithium-Ionen-Zellen werden knapp Eine Branche im Rausch

Trendbarometer für Batterien und Akkus: Aufträge gehen durch die Decke!

Seit fast einem Jahrzehnt kennt der deutsche Markt für Batteriekonfektionierung nur eine Entwicklungsrichtung: aufwärts! Zweistellige Wachstumszahlen machen den Markt immer wieder für Neueinsteiger interessant.

Eine Überhitzung des Marktes wird derzeit durch lange Lieferzeiten bei Akkus und den benötigten Bauelementen für die Batterie-Management-Systeme verhindert. Die Aussichten für 2018: phänomenal!

Ungebrochener Aufwärtstrend – anders lässt sich die Situation im Bereich der Batteriekonfektionierung einfach nicht beschreiben. »Die Nachfrage war in diesem Jahr höher, als wir noch 2016 erwartet haben«, stellt etwa Herbert Schein fest, CEO von Varta. »Mit dem Wind im Rücken werden wir diesen Erfolgskurs weiter fortsetzen!«

»Gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 ist die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte noch einmal gestiegen«, berichtet auch Werner Suter, Managing Director der Tefag Elektronik, »darüber hinaus haben auch die Anfragen für neue Entwicklungsprojekte noch einmal zugelegt«. Angesichts des derzeit stattfindenden globalen, synchronen Wirtschaftsaufschwungs rechnet er damit, dass sich dieser Trend in den ersten Monaten des nächsten Jahres fortsetzen wird.

Sven Bauer, CEO von BMZ, sieht einen sich extrem schnell nach oben entwickelnden Markt: »Wir sprechen von einem Wachstum von 50 Prozent und mehr im zweiten Halbjahr 2017.« Nach seiner Einschätzung wird der Markt auch im kommenden Jahr weiter explodieren, was unter anderem zu einer weiteren Verknappung von Zellen führen wird: »Es wird nicht genügend Zellen und Lieferanten geben, und auch beim Rohmaterial für die Zellen wird es allmählich eng«.

Nach Einschätzung von Oliver Sonnemann, Department Head Energy 1 bei Panasonic Industry Europe, »wird die Knappheit bei Lithium-Ionen-Zellen ein Wachstum im nächsten Jahr verhindern. In diesem Jahr sei vor allem die erste Jahreshälfte sehr gut gelaufen, »wir konnten so den Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr kompensieren und unseren Plan für das Jahr erfüllen«.

Von einer auch im zweiten Halbjahr 2017 sehr positiven Geschäftsentwicklung…

...spricht Thilo Hack, Bereichsleiter Industrie bei Ansmann. »Wir werden wieder ein deutlich zweistelliges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erreichen.« Getrieben wird das Wachstum nach seiner Darstellung durch den sich vollziehenden Technologiewandel und den zunehmenden Trend der Mobilität von Anwendungen, in Kombination mit intelligenten Systemlösungen. Auch für 2018 geht Hack nach bisheriger Einschätzung wieder von einem Wachstum von 25 bis 30 Prozent aus.

Als durchaus fordernd beschreibt Josef Pfeil, Vertriebsleiter Dynamis Batterien, die Entwicklung in diesem Jahr: »Aufgrund neu angelaufener Projekte ist unsere Produktion im zweiten Halbjahr noch stärker ausgelastet, was zu einer leichten Erhöhung der Lieferzeiten geführt hat.« Ungeachtet dessen erwartet er für 2018 eine weiterhin positive Entwicklung des Marktes für Batteriekonfektionierung in Deutschland.

»Es darf ruhig so weitergehen wie bisher«, versichert Dr. Jürgen Heydecke, Managing Director Batteries and Power Solutions, »die Anzahl der Anfragen für das neue Jahr steigt schon jetzt«. Saisonbedingt werden sich durch die starke Auslastung der Flugzeuge und Schiffe und durch das notwendige Verzollen der Ware die Transport- und Lieferzeiten noch einmal verlängern, »aber dem allen liegt weiterhin eine positive Marktentwicklung zugrunde«.

Von einem weiterhin starken Auftragseingang…

...berichtet auch Marc Eichhorn, Product Marketing Manager Batteries bei Avnet Abacus: »Das gilt sowohl für Primärzellen als auch für wiederaufladbare Batterien. Kehrseite dieses starken Auftragseingangs sind in beiden Marktsegmenten steigende Lieferzeiten seitens der Hersteller.« Eichhorn geht davon aus, »dass der Markt für zylindrische Lithium-Primärbatterien speziell durch Entwicklungen im IoT-Bereich in Zukunft noch ein weiteres Wachstum erfahren wird.

So einheitlich positiv die verschiedenen am Markt tätigen Konfektionäre die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilen, so unterschiedlich fällt ihre Einschätzung zu einem Thema aus, das die Branche letztlich seit knapp zwei Jahren beschäftigt: Ist zukünftig noch die Versorgungssicherheit mit Lithium-Ionen-Rundzellen der Baugröße 18650 gegeben, dem aktuellen Arbeitspferd der Branche für fast alle Anwendungsbereiche?

Nach Einschätzung von Eichhorn ist die Situation am Markt derzeit so unübersichtlich, »dass sicherlich niemand eine Versorgungssicherheit ohne jegliche Einschränkungen zusagen kann«. Zumindest für die erste Jahreshälfte 2018 gibt er aber noch Entwarnung: »Die kurzfristigen Bedarfe für das erste Halbjahr 2018 sind noch weitgehend gedeckt.« Mittelfristig meldet er jedoch gewisse Bedenken in puncto Versorgungssicherheit an.