Display-Trends 2017 »Mit einem Preisverfall ist nicht zu rechnen«

AUOs 15-Zoll-TFT-Display G150XTK01 (Vertrieb: Hy-Line) mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel basiert auf On-Cell-Touch-Technologie.
AUOs 15-Zoll-TFT-Display G150XTK01 (Vertrieb: Hy-Line) mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel basiert auf On-Cell-Touch-Technologie.

Was schon auf der electronica 2016 von den Display-Experten für 2017 prognostiziert wurde ist eingetroffen: Hy-Line-Manager Rudolf Sosnowsky hat »von verschiedenen unserer TFT-Hersteller direkt oder indirekt Informationen, dass mit einem Fallen der Preise nicht zu rechnen ist«.

Technologisch haben sich im Industrieumfeld Wide-Format (16:9) und PCAP-Touch durchgesetzt, OLED verharrt weiterhin in der Nische. Hingegen könnten Quantum-Dots-Displays, deren optische Performance mit der von OLEDs durchaus mithalten kann, schon bald eine Rolle in industriellen Umgebung spielen.

Als Grund, warum nicht wie bislang üblich die Preise für Displays Jahr für Jahr sinken, führt Sosnowsky, Leiter Marketing und Applikation bei der Hy-Line Computer Components Vertriebs GmbH, an, dass »offenbar Überkapazitäten abgebaut werden«: Zum einen würden Herstellungs-Linien älterer Generationen nach China verlagert, um dort den Binnenmarkt zu bedienen, zum andern Standorte auf OLED-Produktion umgerüstet. Traditionell sind die Stückzahlen industriell spezifizierter Displays im Vergleich mit Mobil- und TV-Displays niedrig, ein Großteil der Umsätze wird also mit Consumerprodukten erzielt. Zudem eigneten sich neue Linien wie die zuletzt in China im Aufbau befindlichen der Generation 10.5 »nicht für die Fertigung von Industriedisplays«. Deshalb rechnet der Hy-Line Manager »eher mit einer Konsolidierung im Industriebereich«.

Claus Vogt, Head of Product Marketing Line Management bei Data Modul, wagt derzeit keine Prognose für die Preisentwicklung, sondern rät, »erst mal abzuwarten, wie sich der Consumer-Markt nach „Chinese New Year“ verhält«. Würden Doppelbelegungen/-buchungen aufgelöst, gebe es auch wieder mehr Ressourcen für die Produktion industrieller Panels, in deren Folge die Preise »zumindest leicht sinken könnten«. Falls dies aber nicht einträfe, »besteht weiterhin Allokation«.

Dass auf die Kunden gleichbleibende, teils auch steigende Preise zukommen könnten, wie zur electronica vorhergesagt, hat sich zumindest bislang laut Roland Federle, Marketing Manager Display Solutions bei MSC Technologies, »vollumfänglich bestätigt«. Ins selbe Horn stößt Eberhard Schill, Manager Marketing & Distribution bei Kyocera: »Preislich stabilisiert sich die Lage im Moment.« Was hat sich technologisch im Industrieumfeld schon durchgesetzt? Welche Trends lassen sich derzeit beobachten? Welche Impulse könnten von der kürzlich beendeten Consumer-Messe CES in Las Vegas ausgehen? Data-Modul-Manager Vogt konstatiert, dass inzwischen »üblicherweise der Industrie- dem Consumer-Markt folgt«.

So hat sich etwa PCAP-Touch durchgesetzt und »wächst rasant«, und auch von den 2017 auf der CES präsentierten Technologien (OLED, Quantum Dots, Curved TV, 3D, HDR, 4k-Auflösung und immer größere Diagonalen) seien einige interessant fürs industrielle Umfeld. Dazu zählten Quantum Dots, »wenn die Technologie bezahlbar wird«, kommt doch deren optische Performance fast an die von OLEDs heran. Bei OLEDs gebe es hingegen »wegen bekannter und bestehender Probleme nach wie vor keinen Durchbruch im Industriemarkt«. In puncto Auflösung, wo im Segemt der Bildschirme mit 15,6- bis 18,5-Zoll-Diagonale Full-HD Einzug hält, werde 4k (UHD) für den PID-Markt (Public Information Displays) mit vermutlich V-by-One als dominierender Schnittstelle »immer wichtiger«.

Ansonsten sei wegen der Anforderung nach weiten Blickwinkeln die TN-Technologie auf dem absteigenden Ast, Wide-View-Technologien wie etwa MVA und IPS dagegen auf dem Vormarsch.