LEDs liefern Qualitätslicht Erstmals LEDs mit Sonnenspektrum

Das sonnenähnliche Spektrum der neuen TRI-R-LEDs von Seoul und Toshiba
Das sonnenähnliche Spektrum der neuen TRI-R-LEDs von Seoul Semiconductor und Toshiba Materials

Eine violette LED von Seoul zusammen mit neuen, genau darauf abgestimmten Phosphormaterialien von Toshiba machen es möglich: LEDs können endlich das Sonnenspektrum imitieren.

Seoul Semiconductor ist es gelungen, ihnen eine Effizienz gegeben, die es erlaubt, sie jetzt für High-End-Anwendungen anzubieten. Schon bald werde sich laut Chung H. Lee, CEO von Seoul Semiconductor, die neue Technik den Massemarkt erobern.

Bisher hatten die LED-Hersteller zwar die Technik der LEDs verbessert und den Preis auf ein Niveau gebracht, das die Solid-State-LED-Beleuchtung in die Lage versetzt hat, traditionelle Techniken wie Glühbirnen zu verdrängen, doch nun sei erstmals der Durchbruch auf dem Gebiet der Lichtqualität gelungen – erst jetzt seien die LEDs wirklich wettbewerbsfähig zu den älteren Techniken.

Denn erst jetzt ist es möglich, die Farbe von Stoffen unter LED-Licht so wiederzugeben, wie sie bei Tageslicht erscheinen: Die neueTRI-R-Technik eliminiert den hohen Blauanteil im Spektrum, der bisher unumgänglich war und das weiße LED-Licht „künstlich“ und „kalt“ wirken ließ. Die „blaue Spitze im Spektrum“ hat auch bewirkt, dass das menschliche Auge die Oberflächenstruktur verschwommen wahrgenommen hat, die Textur von Oberflächen, beispielsweise Stoffen, war so nicht mehr zu erkennen. Und schließlich können die weißen TRI-R-LED auf jede Farbtemperatur eingestellt werden, so dass das Licht wie an einem hellen Sommertag oder in der Dämmerung erscheinen kann. Kurz gesagt: Der Mensch fühlt sich bei dem TRI-R-Licht wohl.

Weil gerade die Anwender in Europa auf eine hohe Lichtqualität Wert legen, haben Seoul Semiconductor und Toshiba Materials den Durchbruch auf einer Pressekonferenz in Frankfurt verkündet. Zunächst visieren beide Firmen den Einsatz in LEDs für Beleuchtungen an, die in den oberen Marktsektoren im eigenen Haus, in der Architektur, in Läden und in Museen Einsatz finden. Interessant sind aber auch Anwendungen in der Medizintechnik und in der Agrartechnik.

Prof. Christian Cajochen von der Universität Basel will Licht künftig wohldosiert und auf die Patienten zugschnitten als flexibles Medikament einsetzen. Für das Wachstum der Pflanzen wirkt weißes LED-Licht anregend: Sie gedeihen besser als unter natürlicher Beleuchtung, was bereits Eingang in die Agrartechnik gefunden hat. Allerdings sind die Pflanzen schwächer und anfälliger für Krankheiten. Werden sie dagegen dem Sonnenspektrum der TRI-R-LEDs ausgesetzt, treten diese Nachteile nicht mehr auf. Kein Wunder, dass die Erwartungen auch im Hinblick auf den Menschen hoch sind: »Wir haben jetzt ein mächtiges Werkzeug in der Hand. Der LED steht eine leuchtende Zukunft bevor«, sagt Christian Cajochen.