AMA Verband Was bringt 2017 für die Sensorik und Messtechnik?

Blickt optimistisch auf das Jahr 2017: Dr. C. Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik e.V.
Blickt optimistisch auf das Jahr 2017: Dr. C. Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik e.V.

Industrie 4.0, IoT, Elektromobilität, autonomes Fahren, Smart Energy, Smart City – die Reihe der Wachstumsmärkte für die Sensorik und Messtechnik ließe sich nahezu beliebig erweitern. Was das Jahr 2017 für die Branche bringen kann, beschreibt Dr. Thomas C. Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbandes.

Maschinenbau, Automatisierung oder Prozessteuerung: Kaum ein industrieller Bereich, in dem Sensorik und Messtechnik nicht elektronisch prüft, überwacht und automatisiert. Ging der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. bisher von einer Verdopplung der eingesetzten Sensoren alle fünf Jahre aus, prognostiziert die Trillion Sensor Roadmap einen langfristigen Anstieg auf 100 Sensoren pro Erdenbürger.

Der AMA Verband schätzt den aktuellen Branchenumfang in Deutschland auf ca. 2500 Hersteller, Händler und Dienstleister. Diese Unternehmen und Institute beschäftigen ca. 250.000 qualifizierte Mitarbeiter und erwirtschaften rund 35 Milliarden Euro im Jahr. Die überwiegend mittelständischen Unternehmen investieren zehn Prozent ihres Umsatzes in Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Sensorik und Messtechnik: Stabile Wirtschaftsgröße

Der AMA Verband befragt seine rund 480 Mitglieder vierteljährlich zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die Ergebnisse des letzten Jahres zeigten in den ersten beiden Quartalen 2016 deutliche Umsatzzuwächse, und im dritten Quartal eine Stabilität auf hohem Niveau. Vergleicht man die Ergebnisse des dritten Quartals 2016 mit dem des Vorjahres, erwirtschafteten die AMA-Mitglieder ein Umsatzplus von fünf Prozentpunkten.

Der Verband erwartet auch für das vierte Quartal ein Umsatzplus von zwei Prozent. Mit diesen Ergebnissen präsentiert sich die Sensorik und Messtechnik als stabile Wirtschaftsgröße mit einem jährlichen Wachstumspotential von ca. 5 Prozent.

Sensorik für Industrie 4.0 und IoT

Industrie 4.0 und das Internet of Things (IoT) sind derzeit große Themen in der Sensorik und Messtechnik. Wie wird morgen und übermorgen produziert, welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich für Sensor- und Messtechnikhersteller? Als Metapher kann man sagen, dass das Blut in den Adern der Industrie 4.0 und des IoT die Daten sind, und diese werden von Sensoren erfasst und von der Messtechnik ausgewertet. Daher gehen unsere Verbandsmitglieder davon aus, dass Industrie 4.0 und IoT der Branche einen deutlichen Wachstumsschub geben werden.

Als entscheidenden Vorteil sehen die Sensor- und Messtechnikhersteller ihr tiefes und breites Expertenwissen, woraus sich für die Branche ein besonderer Know-how-Vorsprung ergibt. Sensor- und Messtechnik-Spezialisten kennen anwendungsspezifische Anforderungen und passen die Technik daraufhin an. Dieses Wissen können reine Softwarefirmen, die ebenfalls die Erweiterung ihrer Geschäftsmodelle planen, allein nicht ersetzen.

Weiteres Wachstum sieht die Branche…

...in den Zukunftsprojekten der Bundesregierung. Sensorik und Messtechnik sind auch hier die Schüsseltechnologien für die Herausforderungen: CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt, der intelligente Umbau der Energieversorgung, die nachhaltige Mobilität, internetbasierte Dienste für die Wirtschaft, Industrie 4.0 und sichere Identität.

Allein diese Beispiele lassen ahnen, welche Herausforderungen Forschung und Industrie zu bewältigen haben. Sensoren und Messtechnik liefern die entscheidenden Daten und sind somit unerlässlich für die Lösungen dieser technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

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