ept Highspeed-SMT-Steckverbinder mit neuen Polzahlen

Wolfgang Schmid, Produktmanager bei ept
Wolfgang Schmid, Produktmanager bei ept

Miniaturisierung, HighSpeed – wie beeinflussen die Trends der Elektronikbranche den Steckverbinder-Markt? Markt&Technik hat mit Wolfgang Schmid, Produktmanager bei ept, über den Colibri-Steckverbinder und seinen neuen Varianten gesprochen. 

Markt&Technik: Wie hat sich der Markt für Steckverbinder in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Wolfgang Schmid: Es gibt einen klaren Trend Richtung Highspeed. Zwar sind 5 GBit/s (z.B PCIx Gen 2) noch für die meisten Anwendungen ausreichend. Allerdings kommen immer mehr Anwendungen für 8 GBit/s (z.B PCIx Gen 3) und 10 GBit/s (10 G Ethernet) hinzu. 


ept hat sein COM-Express-Steckverbinder-Spektrum um neue Varianten erweitert. Warum? 

Der Standard Colibri-Steckverbinder in den Polzahlen 220 und 440 ist bereits seit 2013 auf dem Markt und wurde sehr gut von unseren Kunden aufgenommen. Viele große COM-Express- und Baseboard-Hersteller nutzen den Steckverbinder. Mit unseren neuen Polzahlen zwischen 40 und 200 sind wir bei unseren Kunden auf großes Interesse gestoßen: Mit 1,2 bis 1,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr wurde der Steckverbinder besser angenommen, als von uns erwartet. Damit sind wir sehr zufrieden. 

Warum sind Stecker mit weiteren Polzahlen erforderlich? 

Durch die zusätzlichen Polzahlen zielt der Colibri-Steckverbinder nicht nur auf den COM-Express-Markt ab, sondern auch auf kundenspezifische Systeme. Deshalb eignet er sich für die unterschiedlichsten Anwendungen im HighSpeed-Bereich. 

Wie Sie selbst sagten, zeigt sich ein genereller Trend Richtung HighSpeed. Was zeichnet den Colibri-Steckverbinder im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten aus? 

Wir haben den Colibri-Steckverbinder speziell auf HF-Eigenschaften designed und optimiert, daher sind wir bei einigen Kunden für Anwendungen wie 10-GBit/s-Ethernet als Single Source freigegeben. Alle Colibri-Steckverbinder werden in Tape-and-Reel-Verpackung ausgeliefert, was die vollautomatische Verarbeitung erleichtert. Viele unserer Kunden loben außerdem die qualitativ hochwertige Verarbeitung des Steckverbinders hinsichtlich der sehr guten Lötbarkeit und Koplanarität, die kleiner als 0,1 mm ist. Auch unsere zusätzliche „heavy Gold“ Variante für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen wird gut angenommen.

Können die Anwender auf Colibri-Steckverbinder mit noch mehr Pins hoffen?

Mehr Pins in einem Stecker unterzubringen, ist schwierig. Auch wenn der Steckverbinder selbst immer kleiner wird, würden ihn noch mehr Pins irgendwann zu lang machen. Dadurch entstehen Probleme bei der Verarbeitung. Höhere Datenraten werden aber definitiv kommen, schon alleine, weil es der Markt fordert. Mit PCIx Gen 4 ist eine Datenübertragungsrate von 16 Gbit/s Daten bereits angekündigt. Die Herausforderung für Steckverbinder-Hersteller wird dann darin bestehen, die Robustheit der Steckverbinder zu erhalten. 

In welche Richtung wollen Sie die Steckverbinder in den kommenden Jahren weiter entwickeln?

Zunächst wollen wir die erweiterten Polzahlen im Markt etablieren. Die kundenspezifischen Anwendungen, die wir dadurch erreichen, und das generelle Wachstum des Embedded Markts, lassen uns auch für die nächsten Jahre ein weit überdurchschnittliches Wachstum erwarten.