Leoni startet ins Jubiläumsjahr Eines der ältesten Unternehmen der Elektronik-Industrie

1926 beginnt die Lackdrahtfertigung bei Leoni, die bis in die 60er Jahre in mehreren deutschen Standorten betrieben wird. Im Jahr 1989 wird die Fertigung von Lackdrähten eingestellt und die Maschinen verkauft.
1926 beginnt die Lackdrahtfertigung bei Leoni, die bis in die 60er Jahre in mehreren deutschen Standorten betrieben wird. Im Jahr 1989 wird die Fertigung von Lackdrähten eingestellt und die Maschinen verkauft.

Leoni feiert 2017 sein 100-jähriges Jubiläum. Die Wurzeln des Unternehmens gehen jedoch noch wesentlich weiter zurück, bis auf das Jahr 1569! Eine interessante Historie.

Der Ursprung des  Kabelherstellers und Automobil-Zulieferers Leoni lässt sich bis auf Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ein aus Lyon stammender Franzose, Anthoni Fournier, beginnt, in Nürnberg so genannte „Leonische Waren“ herzustellen.

Dabei handelt es sich um vergoldete und versilberte Fäden und Drähte, die damals vor allem in kostbaren Stickereien verwendet werden. Diese glitzernden Gespinste und dekorativen Perldrähte sind im klerikalen, aber auch im zivilen Bereich gefragt. In der Folgezeit siedeln sich weitere Betriebe an, so dass sich die Region Nürnberg zu einem Zentrum dieses Gewerbes entwickelt.

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Historie von Leoni in Bildern

Die Firmengeschichte von Leoni veranschaulicht eindrucksvoll die Entwicklung der Draht- und Kabelindustrie in den vergangenen 100 Jahren.

Viel später, 1917 schließen sich drei Firmen dieser Region zusammen, die Vereinigte Leonische Fabriken Nürnberg-Schweinau, Johann Philipp Stieber aus Roth und Johann Balthasar Stieber & Sohn aus Nürnberg-Mühlhof. Sie gründen die Leonischen Werke Roth-Nürnberg AG.

Früher Börsengang

Bereits im Jahr 1923 geht das Unternehmen an die Börse, um weiteres Kapital zu beschaffen.

Knapp 80 Jahre später, im Jahr 2002 sollte die Gesellschaft in den M-DAX der Deutschen Börse aufsteigen.

Ein Mode-Wandel und die Folgen des 1. Weltkriegs führen zu einem dramatischen Rückgang der Produktion: Textilprodukte wie Bourdon, Gallon, Brokat, Quasten oder Fransen sind kaum mehr gefragt.

Leoni verlegt daher den Produktionsschwerpunkt in den 1920er Jahren zunächst auf elektrische Drähte und Litzen. Am traditionsreichen Standort in Roth gewinnt dann die Fertigung von Lackdraht und isolierten Kabeln an Bedeutung. Zu den Abnehmern zählen schon bald namhafte Großunternehmen, die neben zivilen Produkten auch Rüstungsgüter herstellen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Leoni vom NSDAP-Regime für eigene Zwecke eingesetzt. So werden die Kabel für die Telefon-Kommunikation und den Fahrzeugbau auch im militärischen Bereich verwendet. Des Weiteren beliefert Leoni Motorenwerke und Konzerne der verarbeitenden Industrie, die ihrerseits als „kriegswichtig“ gelten. Die Anlagen sind in dieser Zeit insgesamt gut ausgelastet; lediglich die Maschinen zur Herstellung der Leonischen Waren liegen brach, da die Herstellung von Schmuckgegenständen aus Kupfer und Silber verboten ist. Abgesehen davon, ändert sich das Produktionssortiment kaum. Während der Großteil der männlichen Belegschaft Kriegsdienst leisten muss, werden vor allem ältere und erfahrene Mitarbeiter als „unabkömmlich“ vom Wehrdienst befreit.

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