Chinesische Investoren bei ZSW Dünnschichtphotovoltaik erobert internationalen Markt

Die CIGS-Dünnschichtmodule, die das ZSW in die eigene Fassade integriert hat, werden bald auch in China produziert.
Die CIGS-Dünnschichtmodule, die das ZSW in die eigene Fassade integriert hat, werden bald auch in China produziert.

Zwei chinesische Energieunternehmen investieren in die Produktion und Weiterentwicklung der CIGS-Technologie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und seines Industriepartners Manz AG.

Die Shanghai Electric und die Shenhua Group investieren in die kommerzielle Fertigung der Dünnschichtphotovoltaik mit einem Halbleiter aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen (CIGS). Im ersten Schritt errichtet Manz für ein gemeinsames Joint Venture der chinesischen Partner eine Fabrik mit einer jährlichen Produktionskapazität von 306 MW. Hinzu kommt eine Fertigungsanlage für die Forschung und Entwicklung mit 44 MW. Weitere Schritte sollen folgen. Nach der Vereinbarung für China erwarten ZSW und Manz nun neuen Schwung und den Einstieg von Investoren in anderen Märkten. Interessenten gibt es bereits.

Der staatliche chinesische Energiekonzern Shenhua Group Corporation Limited, der größte Kohleproduzent weltweit, will mit seiner Investition den Klimaschutz vorantreiben. Bei der Shanghai Electric Group Company Limited, einem großen Maschinenbauer, weist der Unternehmensbereich »New Energy« hohe Zuwachsraten auf. Die Ratifizierung des UN-Klimaschutzabkommens, dem China erstmals beigetreten ist, und die Umweltprobleme im Reich der Mitte bieten eine wichtige Motivation für den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Die Shenhua Group wird mithilfe der von Manz gelieferten, schlüsselfertigen CIGS-Produktionslinien (CIGSfabs) Photovoltaikmodule herstellen und damit Solarstromanlagen betreiben. Der erzeugte Strom soll anschließend verkauft sowie für den Eigenbedarf genutzt werden.

Die Vereinbarungen mit Shanghai Electric und Shenhua gelten exklusiv für den chinesischen Markt. In anderen Ländern, in denen es bereits mehrere Interessenten für Investitionen in eine CIGSfab gibt, kann Manz direkt anbieten. Die aktuelle Vereinbarung gilt ausschließlich für CIGS auf Glas.

Vorteile der CIGS-Technologie

Die Dünnschichttechnologie auf CIGS-Basis hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Die Wachstumsraten beim Wirkungsgrad betragen gegenwärtig im Schnitt 0,7 Prozentpunkte pro Jahr. Das ZSW hält den aktuellen Zellweltrekord mit 22,6 %. CIGS-Dünnschichtsolarmodule sind mit 14 bis 15 % inzwischen ähnlich effizient und günstig wie die marktbeherrschenden Siliziummodule, ihr Potenzial ist sogar noch höher.

Die Produktionskosten liegen mit 40 US-Cent pro Watt auf einem ähnlichen Niveau. Bald sollen die Kosten auf 25 Cent pro Watt sinken, die Modulwirkungsgrade auf 18 % und mehr steigen. Für Hersteller besonders interessant ist: Die konkurrenzfähigen Kosten sind bereits bei einem geringen Produktionsvolumen realisierbar.

Zu den Vorteilen der CIGS-Dünnschicht kommen der geringere Energie- und Materialbedarf bei der Herstellung und die höhere Schattentoleranz. Aufgrund der homogenen, mattschwarzen Oberfläche lassen sich die Module in moderne Hausdächer oder Fassaden integrieren. So hat sie auch das ZSW in der Fassade des eigenen Institutsneubaus in Stuttgart-Vaihingen eingebaut.