Seoul Semiconductor|Toshiba Materials Sonnenlichtähnliches Spektrum aus der LED

Das Maß für die Lichtqualität jeder künstlichen Beleuchtung ist das Sonnenlicht. Seoul Semiconductor hat mit Toshiba Materials zusammen eine lichtkonvertierende Schicht entwickelt, mit der LEDs ein sonnenlichtartiges Spektrum emittieren können.

Lange Zeit haben sich die Hersteller von LED-Chips ein Effizienzrennen um den höchsten Lumen-Output pro Watt geliefert. In jüngerer Zeit können es sich einige Hersteller erlauben, Geld und Forschungszeit in den Bereich Lichtqualität zu investieren. Seoul Semiconductor ist einer davon. Über die letzten 25 Jahre habe das Unternehmen, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, konsequent 10 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert, sagt Geschäftsführer Chung H. Lee. Die über 12.000 Patente des Unternehmens sieht Lee als direktes Resultat dieser Strategie an.

Gestern konnte der Geschäftsführer die Resultate einer weiteren Forschungsarbeit präsentieren: In einer Kooperation mit Toshiba Materials haben die Südkoreaner eine Methode entwickelt, um das Emissionsspektrum ihrer LEDs nahe an das des Sonnenlichts anzunähern. Das Know-how steckt in erster Linie in der farbkonvertierenden (Phosphorous) Schicht. Damit ist Seoul Semiconductor nicht der erste Hersteller. Kyocera Fineceramics bietet zum Beispiel seit Ende 2016 eine Dienstleistung für maßgeschneiderte LED-Emissionsspektren an. Auch Kyocera geht dabei den Weg über die farbkonvertierende Schicht.

Nicht blau, sondern violett

Der Ansatz von Seoul Semiconductor und Toshiba Materials ist eine violett emittierende LED mit blauem, grünem und rotem Farbfilter. Eine konventionelle Weißlicht-LED basiert auf einer blauen LED mit rotem und gelbem Farbfilter bzw. mit einer einzigen farbkonvertierenden Schicht. Das Resultat bei letzterem Ansatz ist ein relativ hoher Anteil von blauem Licht im Emissionsspektrum.

Sind die Auswirkungen von (relativ) intensivem blauem Licht auf das Wohlbefinden des Menschen noch umstritten, ist die Auswirkung auf die Sichtbarkeit von feinen Strukturen eindeutig. Trifft blaues Licht auf ein Objekt, streut es in alle Richtungen (diffuses Licht). Die Folge sind verwaschene Kontraste, erklärt Katsuhiro Shinosawa von Toshiba Materials. Dasselbe Objekt wird unter Sonnenlicht anders wahrgenommen als unter LED-Licht. Für Modedesigner, bei der Lackinspektion von Automobilen oder für den Einzelhandel ist das ein relevanter Aspekt.