Die nächste Display-Generation LCDs, OLEDs und danach ... Micro-LED-Displays?

OLEDs haben bei den Herstellern aktuell Hochkonjunktur - kommen danach Micro-LED-Displays?
OLEDs haben bei den Herstellern aktuell Hochkonjunktur - kommen danach Micro-LED-Displays?

Micro-LED-Displays sind in vielen technischen Aspekten den etablierten LCDs und auch den OLED-Displays überlegen. Ausrüster und Gerätehersteller arbeiten an der Überführung der Technik in die Massenproduktion - allen voran Apple.

Viele asiatische Hersteller haben in den Ausbau ihrer Produktionskapazität für LTPS-LCDs und OLED-Displays investiert. Laut der Technologieanalystin Sweta Dash, Gründerin und Geschäftsführerin des Marktforschungsunternehmens Dash-Insights, hat das viel mit Apple zu tun. Die Erwartung eines iPhone mit OLED-Display hätte gerade bei vielen chinesischen Herstellern den Ausschlag dazu gegeben, um ihre OLED-Produktionskapazitäten aus- bzw. überhaupt erst aufzubauen. Derweil planen die Kalifornier schon den nächsten Schritt. Bereits vor zwei Jahren, im Mai 2014, kaufte Apple die amerikanische Firma Luxvue, die sich auf Micro-LED-Displays spezialisiert hat und entsprechende Patente hält.

Wie bei den OLED-Displays sind bei dieser Technik die einzelnen Pixel selbstleuchtend. Sie basieren aber nicht auf organischen, sondern auf mikrometergroßen InGaN-Halbleiter-Leuchtdioden. Diese anorganischen Micro-LEDs bieten gegenüber der LCD- und OLED-Technik deutliche Vorteile bei der Helligkeit, den Schaltzeiten und der Betriebstemperatur [1]. In einem Micro-LED-Display ist für die Ansteuerung auch keine TFT-Matrix nötig, sondern die LED wird zusammen mit einem Ansteuer-IC direkt auf einem Substrat über Micro Transfer Printing integriert. Die Micro-LED-Displays können prinzipiell leichter und dünner als bestehende Displays hergestellt werden und sind bei einem Kontrastverhältnis, das vergleichbar mit dem der OLEDs ist, in der Farbdarstellung und der Leistungsaufnahme sogar überlegen. Das alles zumindest prinzipiell. Zur Zeit werden die Micro-LED-Displays noch nicht in Massenproduktion gefertigt, aber verschiedene Display- und LED-Zulieferer sowie Gerätehersteller arbeiten daran. Auch Apple ist mit dabei. Laut Dash will das Unternehmen die Micro-LED-Technik ab Ende 2017 zuerst in seinen Smartwatches nutzen und später auch auf seine Smart­phones übertragen, in denen aktuell ausschließlich LTPS-LCDs eingesetzt werden. Die Wearables könnten so zum Einstiegstor für die nächste Display-Generation werden.