Analyse Wie Stephen Elop Nokia an die Wand fuhr – seine katastrophalsten Fehler

Der finnische Handy-Hersteller Nokia liegt auf der Intensivstation und sein Befinden wird Tag für Tag schlechter – dank der strategischen Fehler seines CEOs Stephen Elop, der Nokias wichtigsten Vertriebskanal zum Erliegen brachte: Die Telekommunikations-Provider. Und auch ein Chiphersteller leidet.

Je länger das Jahr dauert, desto schlechter werden die Nachrichten für den finnischen Handy-Hersteller Nokia. Nicht nur die Smartphones inklusive des Top-Modells E7 verkaufen sich schlecht, auch bei den Mittelklasse- und Einsteiger-Handys brechen Nokia die Marktanteile mittlerweile weg.

Selbst in England, traditionell einem der stärksten Nokia-Märkte weltweit, wo über Jahre von den 10 meistverkauftesten Handys oft 5 oder gar 8 Nokia-Modelle auftauchten, ist Nokia mittlerweile die am schlechtesten verkaufte Marke. Der April war der erste Monat üebrhaupt, in dem in den Top-10-Handys kein einziges Nokia-Gerät auftauchte. Der amerikanische Nachrichtensender CNBC berichtete am 1. Juni, dass zahlreiche Telekommunikations-Anbieter sich weigern würden, Nokia-Handys zu verkaufen.

Würde dieser Zustand noch länger andauern, wäre nicht weniger als Nokias Todesurteil gesprochen, denn die Firma besitzt so gut wie keine eigenen Vertriebskanäle (die meisten „Flagship-Stores“ wurden geschlossen und haben ohnehin nur einen Bruchteil zum Gesamtumsatz beigetragen), sondern hängt an einem Distributions-Netzwerk (dem größten der Welt) wie kaum ein anderer Handy-Hersteller.

Mittlerweile hat das Nokia-Desaster auch die Chipindustrie erreicht. Texas Instruments, Haus- und Hoflieferant von OMAP-Applikationsprozessoren und Basisband-Chips, musste seine Umsatzprognose für das 2. Quartal 2011 nach unten korrigieren - nur wegen Nokia, wie das Unternehmen hervorhob.

Wie aber konnte es soweit kommen, das die Vertriebskanäle Nokia-Geräte quasi boykottieren? Der von Microsoft gekommene CEO Stephen Elop hat insbesondere die folgenden vier katastrophalen Entscheidungen getroffen, welche die Telekommunikations-Anbeiter gegen Nokia aufgebracht haben. Hier sind sie.