ETSI-Norm EN 300 328 V1.8.1: Neue Vorschriften für 2,4-GHz-Funkkomponenten

Anfang 2015 tritt eine neue Version der Norm ETSI EN 300 328 in Kraft. Durch soll sich die Koexistenz von Funkkomponenten im lizenzfreien 2,4-GHz-Band verbessert werden. Was Entwickler jetzt beachten müssen.

Funksysteme wie WLAN, Zigbee und Bluetooth haben sich auf breiter Front durchgesetzt. Weil im 2,4-GHz-Band keine Lizenz benötigt wird, ist die Auslastung durch unterschiedliche Technologien und Geräte dort besonders hoch. Neben den üblichen Produkten werden mehr und mehr kabelgebundene Systeme durch Funkverbindungen abgelöst. Industrie 4.0 und Entwicklungen in der Automobilelektronik verstärken diesen Trend. Die Folge ist, dass das Frequenzband zunehmend belegt ist und eine sichere Verbindung nicht mehr gewährleistet werden kann. Deshalb wurde im November 2007 beschlossen, an einer neuen Version der Norm ETSI EN 300 328 zu arbeiten. In dieser sollte die Koexistenz von verschiedenen Funktechnologien besser berücksichtigt werden. War bislang EN 300 328 V1.7.1 anwendbar (Tabelle 1), so sind spätestens ab dem 1. 1. 2015 alle Produkte, die in den Verkehr gebracht werden, nach V1.8.1 zu qualifizieren.

Nr.Prüfung
1Equivalent isotropic radiated power
2Maximum spectral power density
3Frequency range 
4Dwell time
5Hopping channel
6Hopping sequence
7Medium access protocol
8Transmitter spurious emissions
9Receiver spurious emissions
Tabelle 1. Diese Prüfungen waren fällig bei der jetzt noch gültigen Fassung ETSI EN 300 328 V1.7.1, die im Dezember 2014 ausläuft. (Quelle: Phoenix Testlab)

Grundsätzlich wurden alle Prüfanforderungen angepasst und ein besonderes Augenmerk auf eine bessere Koexistenz der verschiedenen Funkanwendungen gelegt. Hierbei wird zwischen zwei Kategorien von Breitband-Datenfunksystemen unterschieden:

  • Frequency Hopping Spread Spec­trum (FHSS), z.B. Bluetooth
  • Andere Breitbandsysteme (Non-Hopping), z.B. WLAN (b,g,n20,n40), Zigbee

In den beiden aufgeführten Kategorien wird ebenfalls noch einmal unterteilt in adaptive und nicht adaptive Systeme (Tabelle 2). Diese Unterscheidung ist neu und bedeutet, dass sich das sendende Gerät „freundlich“ gegenüber seiner Umgebung verhalten muss. ­ Geräte, die adaptiv sind, verwenden einen neuen Medienzugriffsmechanismus und müssen z.B. erkennen können, ob andere Geräte gerade auf gleicher Frequenz senden.

Nr.PrüfungFHSS (non-adaptive)FHSS (adaptive)Non-FHSS (non-adaptive)Non-FHSS (adaptive)
1RF output power
 
YesYesYesYes
2Power spectral density
 
NoNoYesYes
3Duty cycle, Tx-Sequence, Tx-gapYesNoYesNo
4Dwell time, minimum frequency
occupation & hopping sequence
YesYesNoNo
5Hopping frequency separationYesYesNoNo
6Medium Utilitsation (MU) factorYesNoYesNo
7AdaptivityNoYesNoYes
8Occupied channel bandwidthYesYesYesYes
9Transmitter unwanted emissions in the
out-of-band domain
YesYesYesYes
10Transmitter unwanted emissions in the
spurious domain
YesYesYesYes
11Receiver spurious emissionsYesYesYesYes
12Receiver blockingNoYesNoYes
Tabelle 2. Ab sofort werden die Vorschriften und Prüfungen mit Version 1.8.1 umfangreicher. (Quelle: Phoenix Testlab)