11 Milliarden Dollar Samsung baut erste Giga-Fab in Korea

Gestern war die Grundsteinlegung für eine neue Halbleiterfabrik mit nicht nur für koreanische Verhältnisse gigantischen Ausmaßen: Samsung errichtet eine neue Giga-Fab und ist damit nach TSMC der zweite Hersteller, der eine Fab in diesen Dimensionen baut.

Die weltgrößte Foundry TSMC war der erste Chip-Hersteller, der sich an eine sogenannte Giga-Fab wagte: Die „Fab14“ im Tainan Science Park erstreckt sich über mehrere Strassenblöcke und wurde in vier Phasen bis zu einer Reinraumgröße von 79.050 m2 ausgebaut - dies entspricht nahezu 10 Fußballfeldern der Münchener Allianz-Arena. Um diese Fab zu besichtigen, empfiehlt sich ein Hubschrauberrundflug, die Dauer einer Innenbesichtigung könnte man nicht mehr in Stunden, sondern nur noch in Tagen messen. Pro Monat werden 160.000 Wafer ausgeworfen.

Im Vergleich zu den kleineren Mini- und Mega-Fabs, deren Kapazität bei rund 10.000 bis 25.000 Wafern pro Monat liegt, sprechen insbesondere niedrigere Betriebskosten und höhere Flexibilität für Giga-Fabs. So eine Giga-Fab kann einen Umsatz von über 12,6 Mrd. Dollar pro Jahr erwirtschaften, das wird nur noch von Intel übertroffen - andere bekannte Halbleiterfirmen muten im Vergleich geradezu als Zwerge an.

Samsungs neue Giga-Fab muss, um sich zu rechnen, mindestens 100.000 Wafer pro Monat ausspucken. Sie ist seit fünf Jahren die erste Fab überhaupt, die in Korea gebaut wird und soll Ende 2011 die Produktion aufnehmen. Allein im Jahr 2010 sollen dafür 5 Mrd. Dollar ausgegeben werden, der Rest folgt 2011.

Samsungs Halbleiter-Sparte hat im letzten Quartal rund 50 Prozent des Gesamtgewinns des Samsungs-Konzern erwirtschaftet. Allein die DRAMs, die von einem enormen Preisansteig von über 20 Prozent in den letzten beiden Quartalen profitiert haben, generierten Gewinne in Höhe von rund 2 Mrd. Dollar. Samsungs Strategie im Speichermarkt ist bekannterweise der Gewinn von zusätzlichen Marktanteilen, um über Skaleneffekte die Konkurrenz aus Taiwan und Japan an die Wand zu drücken. Die Frage wird sein, ob 2012, wenn die Massenproduktion in der neuen Giga-Fab anlaufen wird, die Marktbedingungen für Speicher immer noch so gut sind wie heute.

Neben der Chipfertigung investiert Samsung auch im Bereich Displays: 2,2 Mrd. Dollar fließen in eine neue Fertigung für AM-OLEDs, die 2012 in Produktion gehen soll. Die Investitionen im Bereich der LC-Displays wurde von 2,6 Mrd. Dollar kurzfristig auf 4,4 Mrd. Dollar angehoben, immerhin trug das LCD-Geschäft im ersten Quartal 2010 mit 560 Mio. Dollar Gewinn auch signifikant zum guten Betriebsergebnis bei.