Advantech Einblicke in den »Innovation Hub«

Im Innovation Hub präsentiert sich Advantech als design-orientierter IoT-Innovator.
Im Innovation Hub präsentiert sich Advantech als design-orientierter IoT-Innovator.

Im „Innovation Hub“ präsentiert Advantech Produkte und baut sein Markenimage auf. Dahinter steht aber auch technische Kompetenz, die hier demonstriert wird.

Die Embedded-Computer-Industrie ist eine stark wettbewerbsgeprägte Branche. Jeder Hersteller versucht, sein Profil zu schärfen und sich durch bestimmte Eigenschaften auszuzeichnen, die ihn vom Wettbewerber abheben. Die Schwierigkeit ist allerdings, dass Embedded-Boards Commodity-Produkte sind, also von Grundsatz her austauschbare Massenware.

Trotzdem sind die eher mittelständisch geprägten deutschen Hersteller recht erfolgreich, weil die Boards zumeist für ganz spezielle, kundenspezifische Projekte verwendet werden und kaum eines davon ohne eine irgendwie geartete Anpassung auskommt. Genau hier beginnt die Differenzierung der Hersteller. Für Hersteller aus Asien ist es schwierig, in diesem Geschäft der kleinen und mittleren Stückzahlen und der vielen Sonderwünsche mitzuspielen: Die Ingenieure befinden sich weitab in einer anderen Zeitzone, die Prozesse und Geschäftsmodelle sind eher auf hohe Stückzahlen, wenig Individualität und dafür günstige Preise ausgerichtet.

Schon seit längerer Zeit versucht Advantech, das Image der Massenware abzustreifen und hat Design-to-Order-Services eingeführt. Diese Art der Projektentwicklung gemeinsam mit dem Kunden intensivierte das Unternehmen in diesem Jahr durch die Eröffnung eines »Innovation Hub« am Standort Germering bei München. Die Elektronik hatte Gelegenheit, zu sehen, wie dort gearbeitet und was dort präsentiert wird.

Mit lokalem Touch

Der »Innovation Hub« besteht aus einem Showroom und einem Engineering Center. Insgesamt arbeiten am Standort in der Nähe von München 130 Mitarbeiter. Hier möchte Advantech seinen Kunden professionellen Design-In-Support sowie Beratung zu kundenspezifischen Systemen bieten. Hans-Peter Nüdling, Associate Vice President des Bereichs Embedded Europe, sagt: „Wir wollen uns europäisieren“ – und damit meint er: qualifizierte Beratung und Entwicklungsleistungen mit Ingenieuren vor Ort anbieten.

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Advantech Innovation Hub

Im Innovation Hub in Germering bei München präsentiert Advantech Lösungen für das Internet-of-Things und demonstriert seine Entwicklungskompetenz.

Auch wenn viele andere Hersteller gerne von der »Lösung aus einer Hand« sprechen, setzt Advantech dabei bewusst auf Arbeitsteilung, sowohl intern als auch extern. Viele Komponenten, I/Os, Sensoren, auch Software, kommen von Partnern und Zulieferfirmen. Das entspricht ganz der Devise »Niemand schafft das IoT allein«, die Advantech-CEO K.C. Liu ausgegeben hat. Aufgabe des Innovation Hub ist es, mit den Kunden die Projekte zu definieren und die Spezifikationen zu entwickeln, um dann gezielt und kostengünstig alle Hard- und Softwarekomponenten für das Projekt zu beschaffen. Für diese Beratung gibt es 15 »Product Solution Specialists« – Ingenieure, die sich in bestimmten Anwendungsgebieten bzw. vertikalen Marktsegementen besonders gut auskennen.

Sollten tatsächlich Modifikationen an den Computerboards erforderlich sein, dann findet die konkrete Umsetzung allerdings in Asien statt, im Hauptquartier von Advantech in Taiwan. Hier hat Advantech sämtliches Know-how rund um das Board-Design konzentriert und auch die Fertigung ist in Asien beheimatet. Der Innovation Hub in Deutschland fungiert hier als »Brückenkopf« und soll eine schnelle und reibungslose Kommunikation und Projektbetreuung sicherstellen.

Häufig werden die Systeme von Advantech aber auf der Basis von »Barebones« aufgebaut, also unkonfektionierten Computerboards, die durch Prozessor, Speicher und Peripherie ergänzt werden. Hierfür stehen weitere 25 Entwicklungsingenieure in Germering bereit, die z.B. auch die mechanische Integration für die Kunden entwickeln, also z.B. ein Gehäuse entwerfen. Prototypen können die Entwickler mit einem 3D-Drucker erzeugen und den Kunden damit bereits ein haptisches Erlebnis des zukünftigen Produkts bieten.

Weitere mögliche Aufgaben des Entwicklungsteams vor Ort sind die Integration von SSDs, die Realisierung passender Funkinterfaces oder Geo-Lokalisierungsfunktionen. So sind im Innovation Hub z.B. verschiedene Indoor-Lokalisierungssysteme installiert, mit denen der Aufenthaltsort von Gegenständen bis auf 10 cm genau bestimmt werden kann. Hier können verschiedene Lösungen prototypisch demonstiert werden. Gleiches gilt für Funkanbindungen, sei es auf Basis von WLAN, Sigfox oder LoRa, um nur einige mögliche Funkinterfaces für IoT-Geräte zu nennen.

Die an die Kundenwünsche angepassten Systeme werden im Innovation Hub bei Advantech nicht nur konfiguriert, sondern auch getestet. Hauptzielbranchen von Advantech sind Industrie, Medizin und Transportation. In allen diesen Branchen kommt es auf hohe Zuverlässigkeit an. Deshalb hat Advantech die nötigen Einrichtungen, um die Systeme auf Herz und Nieren zu testen. Dazu zählt etwa eine Klimakammer, in der Geräte außerhalb der Spezifikation betrieben werden können oder Alterungsvorgänge simuliert werden können sowie Rütteltische für Stoß- und Vibrationstests.

Großkunden beeindrucken

Im Showroom hat Advantech zahlreiche Anwendungsbeispiele installiert, die den Kunden die zahlreichen Möglichkeiten des Embedded Computing vor Augen führen. Dazu zählen so unterschiedliche Szenarien wie die Zusammenführung von Sensordaten in der Cloud, ein Assistenzsystem für die Motorenfertigung eines Automobilherstellers, Automatisierungssysteme für die Logistik, Fahrzeugcomputer, automatisiertes Fahren für Land- und Bergbaumaschinen u.v.a.m.

Der Showroom soll zur einerseits zur Diskussion mit Kunden anregen, ist aber zweifellos auch ein Bauwerk, das die Kunden durch Großzügigkeit und Design beeindrucken soll. Das unterstreicht auch Hans-Peter Nüdling: »Wir wollen mit dem Innovation Hub unsere brand-awareness stärken. Wir wollen hier zeigen, dass wir kein altbackener asiatischer Hersteller sind, sondern ein leistungsfähiges, innovatives Unternehmen. Europäische Großkunden fühlen sich einfach wohler, wenn sie wissen, mit wem sie es zu tun haben. Die meisten Kunden wollen ja nicht nur ein Produkt kaufen, sondern auch eine Story. Die können wir ihnen hier erzählen und visualisieren und erlebbar machen, war wir tun.«