MetaMiner enttarnt Tracking-Dienste Datenschutz-Tool für mobile Apps

MetaMiner scannt Datenspuren auf dem Smartphone und schließt daraus, ob eine App Tracking verwendet.
MetaMiner scannt Datenspuren auf dem Smartphone und schließt daraus, ob eine App Tracking verwendet.

Wer sammelt Daten über mich, wenn ich mobil im Internet surfe? Und wofür werden die getrackten Daten verwendet? Ein neues Datenschutz-Tool schafft hier Klarheit.

Die Verfolgung von Benutzeraktivitäten im Netz, sogenanntes Tracking, ist ein bekanntes Datenschutzproblem. Im Hintergrund werden Informationen darüber gesammelt, welche Seiten sich Benutzer im Internet anschauen und welche Interessen sie haben. Für Internetbrowser existieren bereits zahlreiche Lösungen, die dem Nutzer die Tracker sichtbar machen und ihn schützen.

Allerdings besteht dieses Problem auch bei der Nutzung von Apps auf dem Smartphone. Für Endnutzer entwickelt das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT im Forschungsverbund »Forum Privatheit« das Tool MetaMiner. Mit dem Tool kann nun auch das Tracking durch mobile Apps sichtbar gemacht und unterbunden werden.

»Verstecktem Tracking in mobilen Apps wurde bisher nur wenig Beachtung geschenkt, so dass sich App-Nutzer oft nicht bewusst sind, zu welchen Werbenetzen oder sogar bösartigen Internet-Bereichen das Smartphone im Verborgenen Onlineverbindungen aufbaut«, erklärt Hervais Simo Fhom, Projektleiter am Fraunhofer SIT.

Anders als bestehende Tools ist MetaMiner nach den Prinzipien »Privacy by Design« und »Privacy by Default« entworfen: Daten werden unmittelbar auf dem Gerät des Endnutzers verarbeitet und interpretiert, ohne Sicherheitskompromisse am Gerät einzugehen.

Das Tool ist leicht bedienbar und durch interaktive Visualisierung und klare Grafiken übersichtlich: Dem Benutzer werden Diagramme und Grafiken angezeigt, auf denen er sehen kann, in welche Apps welche Zusatzbibliotheken für Tracking und Werbung eingebettet sind, wann und mit welchen Drittservern das Smartphone heimlich kommuniziert und wohin diese Daten fließen.

Die Forscher vom Fraunhofer SIT haben schon einen Prototyp des Tools für Android vorgestellt. Nun arbeiten sie noch an weiteren Funktionen, um das Tool in Zukunft Endverbrauchern als App zur Verfügung stellen zu können.

Der Forschungsverbund »Forum Privatheit« wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.